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Die WM der Maßlosigkeit

Die WM der Masslosigkeit

4:0 hat die deutsche Nationalmannschaft gegen die Auswahl Portugals gewonnen. Würden wir der Logik der bisherigen Berichterstattung folgen, müssten wir jetzt zum gefühlten 100. Mal die Tore des Spiels zeigen, untermalt von einer sich überschlagenden Stimme, die immer wieder einen Namen brüllt: Müller, Müller, Müller. Anschließend würden wir wahlweise ein Selfie von Podolski mit Angela Merkel oder ein Selfie der Nationalmannschaft mit derselben posten. Tun wir aber nicht! Der Blick in die Social Networks und auf die News-Seiten im Netz offenbarte auch so, dass bei dieser WM jedes Maß verloren wurde. Ein Lamento.  Weiterlesen

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Verrät als Freiburg-Fan Heimat wie auch Elternhaus und trinkt ansonsten ausschließlich Veuve Clicquot. Wer wohnt schon in Düsseldorf? Mehr über Esleben auf Google+

Strandurlaub für KMH

Katrin-Müller-HohensteinIch bin traurig, sehr traurig! Traurig und wütend auf das ZDF. Nun, mag man einwenden, das ist ja nichts Neues, den einäugigen Seniorensender schrecklich zu finden, zum Beispiel wegen Bela Rethy. Doch jetzt nimmt einem das ZDF auch noch die schönsten Stunden während der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft und sprengt das Traumduo Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn. Dabei hatten wir uns die beiden doch schon an der Copacabana im String-Tanga imaginiert, während sie innere und äußere Reichsparteitage abnehmen und formvollendet zu Jeannine Michaelsen überleiten. Vorbei! Weiterlesen

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Auf dem Zweiten sieht man doch was…

Ausgerechnet das von uns so gescholtene ZDF sammelt mit interessanten Dokumentationen rund um die EM 2012 Pluspunkte. Durchaus interessante Einblicke in die Strukturen der Ukraine und des ukrainischen Fußballs bot gestern im Anschluss an die Partie gegen Schweden die Dokumentation „Liga der Milliärdäre“, in der ziemlich schnell klar wurde, wem die EM 2012 wirklich nützen soll. Vorgestern wanderte ZEIT-Autor Wolfgang Büscher zu Fuß von Breslau „Bis nach Lemberg“, reichlich Pathos inklusive, trotzdem sehenswert bzw. lesenswert, was Büscher für die Zeit darüber schreibt. Beide Dokus sind noch in der ZDF Mediathek zu sehen, und zwar hier und hier, und eignen sich hervorragend zur Überbrückung der Zeit bis zum ersten Spiel des Tages.

18 Uhr, Wroclaw, Stadion we Wroclawiu

Griechenland gegen Tschechien, der ehemalige Europameister gegen den zweimaligen Finalteilnehmer, angesichts der bisher gezeigten Leistungen beider Teams ein sicherer Kandidat für eine Unterbietung der blutleeren Partie zwischen Frankreich und England gestern. Aber erstens waren bisher alle vermeintlich uninterresanteren Partien dieser Europameisterschaft echte Hingucker, und zweitens ist es unverzeihlich bei einer EM auch nur ein Spiel zu verpassen (Und das sage ich in dem Wissen mindestens zwei Partien dieses Turniers zu verpassen…).

20:45 Uhr, Warszawa, Stadion Narodowy w. Warszawie

„Alles oder nichts“ für Co-Gastgeber Polen, die gestern mit ansehen mussten, wie die Auswahl des vermeintlich schwächeren der beiden gastgebenden Ländern den „ersten Dreier einfahren“ (Kicker) konnte. Dass es heute ausgerechnet gegen den wenig beliebten Nachbarn Russland geht, schafft eigentlich die Voraussetzungen für ein verbissen, wenn nicht hart geführtes Spiel. Mal sehen, welchen Schiedsrichter die UEFA bei diesem brisanten Duell einsetzt. Wolfgang Stark wäre die wohl am wenigsten feinfühlige Wahl… Und morgen sind wir dann wieder alle schwarz-rot-oranje

UPDATE: Nach dem Spiel unbedingt dranbleiben, die ARD zeigt ab 23:45 Uhr die Doku „Charly Graf – Ein deutscher Boxer“ über den „Muhammed Ali von Waldhof“.

Foto: Jabka/flickr.com

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Wenn nicht nur Roger Cicero scheitert…

Autsch! Als mich die Nachricht erreichte, dass 2012 Roger Cicero den „Xaver“ Naidoo für das DFB-Team macht, schrillten schon alle Alarmglocken in meinem musikalisch etwas sensibler eingestellten Hirn. Der Schmalspur-Swinger, der Big Band-Herzensbrecher aller Sekretärinnen und Fußball – wie soll das zusammen passen? Ganz abgesehen von der Frage, ob Cicero überhaupt eine Verbindung zum Fußball hat (nicht dass es mich interessieren würde), krankt sein Song in fast allen Momenten und versucht sich mit Taschenspielertricks ins Ziel zu retten. Doch der Reihe nach:

„Für nichts auf dieser Welt“ ist noch keine zwei Minuten Sekunden alt und schon ist die Stimmung am Boden. „Sie reden vom Scheitern“ ist die erste Zeile eines Songs, der das DFB-Team bis ins Finale nach Kiew tragen soll. Vergiss es! Da kann Oliver „Dressman“ Bierhoff noch so lange dem Sinatra-Imitanten Honig ums Maul schmieren:

„Der Text des Songs ist wie geschaffen für den Anlass. Die Musik hat einiges mit der Spielweise unserer Mannschaft gemein: Kreativität, Spielfreude und unbändige Energie – das sind Eigenschaften, die das Team auf den Platz bringt, und genau die gleichen bringt Roger Cicero mit seiner Band auf die Bühne.“

Ganz ehrlich: Wenn Löws Truppe so spielt, wie Cicero singt und „swingt“, dann ist das Team mit dem frühzeitigen Vorrundenaus noch gut bedient. Denn: Cicero traut seinem Song selbst nicht über den Weg. Und setzt stattdessen auf den ältesten Trick, mit dem man selbst in der wenig zimperlichen Bild-Redaktion nur in Ausnahmefällen ankommen darf: Kinder. Im konkreten Fall ein Kinderchor, der Cicero im „Refräng“ (Goldschuhe aus) unterstützt. So weit, so peinlich, hört der „Refräng“ (ebd.) zudem auf die Worte: „Für nichts auf der Welt, geb ich uns verloren, an Tagen wie diesen werden Sterne geboren!“

Hört sich irgendwie verdächtig nach dem Song an, den Die Toten Hosen um den berufsjugendlichen Sänger, der inzwischen eigentlich Paradiesfrüchte heißen müsste, für den Aufstieg ihres Leib- und Magenvereins geschrieben haben. Und der bei allen Ressentiments, die ich gegen diese Band hege, auch ohne offizielle DFB-Anerkennung das Rennen in Sachen „EM-Song der Herzen“ für sich entscheiden wird. Immer noch besser als Oliver Pocher, der an seinen WM-Song nahtlos eine Karriere als Fußballexperte im TV angeschlossen hat. Dass der DFB um Oliver Bierhoff, dem ich bei dieser Wahl die Prokura in die Schuhe schieben möchte, damit nicht weniger desolaten Musikgeschmack beweist wie ZDF oder die UEFA, hilft auch nicht wirklich weiter. Wo ist eigentlich DJ Asamoah, wenn man ihn braucht?

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Sven Voss – Kein Portrait

Seit einiger Zeit gehört Sven Voss zum Triumvirat des Grauens der guten Unterhaltung im ZDF Sportstudio. Sven Who? Wer sich bis jetzt noch nicht an den alerten Beau im Sportstudio gewöhnt hat oder, wie ich, nicht recht glauben mag, dass das Herz dieses Mannes für den Sport schlägt, dem können wir Nachhilfestellung geben. Kein Portrait.

Erst logo, dann ZDF Sport

„Erst logo, dann ZDF Sport.“ Sven Voss ist ein softer Kumpeltyp, die Vita auf seiner Homepage ist betont locker und wirkt deshalb unendlich verkrampft. Ganz so, wie Voss auch mit den Karten in der Hand im Sportstudio. Sein Werdegang: (Fernseh-)Sportfan von Kindesbeinen an, seit elf Jahren beim ZDF als Autor tätig, „rasender Reporter“ bei den ZDF Kindernachrichten logo, seit Turin 2006 „das neue Gesicht an der Bob- und Rodelbahn“ – eine Selbsteinschätzung, die seiner Qualifikation vielleicht am nächsten kommt, oder um Jörg Dahlmann zu paraphrasieren: „Ganz schön schlank, der Voss!“. Seitdem geht’s steil bergauf für Voss, im Winter an die Skisprungschanzen, im Sommer zu den Spielen der Deutschen Frauennationalmannschaft. An drei Olympischen Spielen hat Sven Voss als Moderator bisher teilgenommen, ohne dass er mir aufgefallen wäre – positiv wie negativ.

Kosmonautentraining im MDR

Nebenher arbeitet Sven Voss alle zwei Wochen für die MDR-Sendung „Echt“ und besucht „schon mal das Kosmonauten-Trainingszentrum in Moskau oder fahre mit einem U-Boot mit“. Hört sich alles nach Mit-großen-Augen-staunen-Journalismus an, nach Unterhalter, „Entertainer“ (Sean Paul) und somit absolut passend zur Ausrichtung des Sportstudios, das spätestens seit dem Tod von Michael Palme seinen Anspruch begraben hat.

Für die Website von „Echt“ hat Sven Voss ebenfalls ein lockeres Portrait seiner selbst verfasst, das noch ein wenig tiefer in die Seele des Sportstudio-Beaus blickt. „Wenn ich selber meine Stärken beschreiben soll, fehlen mir schon mal die Worte“, schreibt da der gewiefte Fernseh- und Radiomann, der seit seinem 22. Lebensjahr journalistisch tätig ist. Kann seine (einzige?) Stärke, aber dann doch „punktgenau“ (Jacques Palminger) benennen: „Eine Stärke ist vielleicht meine gute Laune, die ich immer vor mir her trage.“ Seine Karriere empfindet Voss als großes Glück, ungeplant natürlich, dem Glückskind in den Schoß gefallen und deshalb auch so toll: „Dass ich mal als Moderator beim Fernsehen landen würde, hatte ich so nicht geplant! Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist“.

Sport und Wissen

ZDF Sportstudio und „Echt“ im MDR, „Sport und Wissen, das passt gut zusammen, wie ich finde. Für beides muss ich mich nicht verstellen. Und in beiden Bereichen komme ich immer wieder zu dem Punkt, wo ich sage: „Das ist aber interessant. Wieder was gelernt, und der Zuschauer gleich mit!“ Wie sich Voss auf solche Drehs vorbereitet, verrät er dem ZDF in einem ebenfalls ganz kumpeligen Interview: „Also, als ich zum Skispringen kam, wusste ich von dieser Sportart weniger als meine Tochter. Und die ist Drei! Mal im Ernst, ich musste erstmal Namen und Fakten pauken, bevor mir Jens Weissflog dann erklärt hat, worauf es dabei wirklich ankommt. Aber das ist das Tolle an diesem Job: man muss nicht von vornherein mehr wissen als der Sportler selber. Lieber mal doof nachgefragt, als gar nicht.“ Dem wäre nicht viel hinzu zu fügen als die Forderung nach einer baldigen Talkshow für diesen „Sympath-Mann“ (Ailton), da kann er dann ohne Ende „doof nachfragen“.

Zitate aus:

Bild: youtube.com

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Das Gehirn – Rezension

Ich habe beinahe Tränen vergossen, als der Mann, der meine frühen Jahre als dem Fußballsport Zusehender maßgeblich prägte, seine Karriere beendete. Nach, und er wurde nie müde dies zu betonen, exakt 1.444 Bundesligaspielen war Schluss für Rolf ‚Töppi‘ Töpperwien. Mit seiner Autobiographie bietet der „legendäre ZDF-Reporter“ (Umschlagtext) nun ausreichend Gelegenheit für Heldenverehrung.

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Über den Autor: schneider3

Mildernde Umstände aufgrund familiärer Vorschädigung durch zwei dominante Brüder. Normalerweise erlebt das Weißbier bei ihm das Mittagsläuten nicht. Kaiserslautern-Fan. Weiß der Teufel, warum.

Katrin Müller-Hohenstein trommelt für Afrika

Es tut mir leid, aber wir müssen uns mal wieder unserem Lieblingsthema zuwenden: Dem Aktuellen Sportstudio und Moderatorin „Horny“ Katrin Müller-Hohenstein. Am späten Samstagabend wurde ich der Wiederholung des Sportstudios auf 3Sat gewahr und Zeuge eines Schausspiels, das selbst für ASS und KMH einen neuen Tiefpunkt definiert. Zu Gast im Studio war Ya Konan, der gegen Stuttgart noch zwei Tore schießen konnte, einen Tag später aber verletzungsbedingt nicht in der Lage war auf die Torwand zu schießen.

Eigentlich eine schöne Idee, die in Fußballdingen völlig unbedarfte Ehefrau von Ya Konan an seiner Statt an die Torwand zu bitten, ein gelungener Kontrapunkt zur vor Ehrgeiz berstenden Zuschauerkandidatin, die natürlich Morgenluft witterte, an der Torwand ganz groß abzuräumen. So weit, so okay. Aber dann drückt Katrin Müller-Hohenstein mit den Worten:

„Nachdem das die Lebenslust der Afrikaner dokumentiert… Nein, ich such das Tam-Tam… haben wir uns gedacht, dass sie ihre Gattin vielleicht entsprechend dafür, dass sie sich für sie ins Zeug legt, unterstützen können, was sie seit ihrer Jugend machen“

dem etwas verdutzten Ya Konan eine Trommel in die Hand.

Damit wir uns alle ein für allemal merken können: „Der Schwarze schnackselt nicht nur gerne“, trommeln ist auch „Ausdruck seiner Lebenslust“. Darauf einen inneren Reichsparteitag!

Bild: youtube.com

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Lieber Rolf Töpperwien,

heute ist Ihr letzter Arbeitstag. Nach 36 Jahren und exakt 1444 kommentierten Fußballspielen wollen sie sich zukünftig lieber um Ihren 4-jährigen Sohn kümmern, anstatt weiterhin durch Deutschlands Stadien tingeln. Im Alter von 60 Jahren ist das durchaus legitim. Sie haben dabei Höhen und Tiefen erlebt, waren dabei jedoch immer authentisch und in Ihrer Arbeit von einer Liebe zum und Faszination vom Spiel geprägt, wie man sie heutzutage nur noch selten findet.

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Über den Autor: schneider3

Mildernde Umstände aufgrund familiärer Vorschädigung durch zwei dominante Brüder. Normalerweise erlebt das Weißbier bei ihm das Mittagsläuten nicht. Kaiserslautern-Fan. Weiß der Teufel, warum.

Zitat des Tages XXV

Dieses WM-Schreckensduo KMH und der Titan verfolgt uns auch noch Wochen nach der WM. Niemand weiß so recht, wer auf die Idee kam, die beiden zusammen zu stellen. Keiner hat auch nur eine Sekunde der Auftritte dieses Duos genossen. Wir haben es hier schon thematisiert. Aber nun hat ein ausgesprochen kompotentes Fachmagazin eine abschließende Bewertung abgegeben, dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

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Über den Autor: Vollspann!

Optimistischer Pessimist und Schöngeist aus dem Ruhrgebiet (Herne). Als hochtalentierter Passivsportler und Dauergast beim BVB kennt er Höhen und Tiefen des Fußballsports.

Peinlich kleinlich

Liebes ZDF, sage und schreibe 45 Minuten hat es gedauert, bis Du endlich ein Einsehen gehabt hast. 45 Minuten, in denen Du einfach mal so getan hast als fände parallel zum Spiel Dänemark gegen Japan kein anderes Spiel statt. Auf den Service der letzten Tage, als Du stets unter dem Ergebnis des aktuellen Spiels den Spielstand des Parallelspiels angezeigt hattest, mussten die Zuschauer gestern eine Halbzeit lang verzichten. Schließlich übertrug ja das böse Privatfernsehen namens RTL das Parallelspiel. Die haben Euch zuletzt den Klopp weggeschnappt, jetzt sollten sie Euch nicht auch noch die Zuschauer abspenstig machen. Weiterlesen

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