Madrid ist die geilste Stadt der Welt!

Dies ist die Chronik einer 5-tägigen Madrid-Tour, die ich mit den Kollegen Stefan und Olaf schon lange im Sinn hatte, und die wir Anfang Mai endlich in die Tat umsetzen konnten.

Viel Spaß!

Donnerstag, 30. April 2015

Nachdem sich unsere 3-Mann-Truppe am Düsseldorfer Flughafen gesammelt hat, werden erst mal die ersten Biere gehoben. Leider Warsteiner, aber unser Urlaubsfeeling treibt es runter. Stilecht und cool entern wir den Flieger als letzte. Großer Nachteil: Ich habe nen Handgepäckkoffer dabei und alle Fächer sind voll. Daher darf ich das Teil unter den Vordersitz schieben und habe eine Beinfreiheit von exakt 1 cm in alle Richtungen. Da wir zudem extrem spät eingecheckt haben, darf ich mich über einen Mittelplatz „freuen“.

Im Flieger treffen wir auf einen Teil der Fußballmannschaft, die wir vor drei Jahren auf Norderney in den Disziplinen Elfmeterschießen, Flunkyball und Wikingerschach so vernichtend geschlagen hatten, dass ihr Trainer sie zum spontanen Straftraining verdonnerte. Wir hätten sie nicht erkannt, sie uns sofort. Muss an Katze Olaf liegen, der das Elferpöhlen damals quasi im Alleingang für uns gewonnen hat. Die Jungs sind ebenfalls in fussballerischer Mission unterwegs und wollen sich das Spiel Atletico gegen Bilbao anschauen.

Neben mir sitzt ein älterer Herr mit langem grauem Haar und tippt ununterbrochen auf seinem Handy rum. Einer GMail-Gruppe namens „Familia“ gibt er fleißig Anweisungen, dass bei bestimmten Personen bzw. Themen hart durchgegriffen, Kompromisse nicht eingegangen und Leute auf Linie gebracht werden sollen…ohne Worte. Zudem behandelt er die Stewardessen von oben herab als „Liebes Kind“ und mit Sprüchen wie „das geht schon so in Ordnung“. Als er von mir Zustimmung bei einer Zurechtweisung erwartet, antworte ich mit dem Lemmy-Zitat „Halt‘ Dich von Idioten fern.“. Ich meine ihn, er denkt, ich stimme ihm zu, alles gut also. Ich lande nicht auf der Liste, die seine Familie abzuarbeiten hat.

Während des Flugs hustet sich der Typ einen kaputt und hämmert ständig auf den „Ich will was“-Button mit Lampe oben. Er zieht sich mehrere Pullen Wasser rein, die er alle umsonst haben will. „Das geht schon so in Ordnung!“ ist sein Standardspruch. Was ne Handlampe. Ich bekomme nix, weil ich den Billo-Tarif habe.

Der Flieger landet pünktlich um 18:40h und die Jungs erhalten ihren Koffer am Band in Rekordzeit. Das ist wichtig, weil um 20:00h bereits das erste Spiel beginnt. Also ab zum Taxi und losgefahren. Sofort erscheinen 30 Euro auf der Uhr. Nach dem ersten Schreck frage ich den Fahrer, ob das der Festpreis sei. So ist es, was dann wiederum gut ist, weil man hierdurch nicht unsinnig durch die Gegend kutschiert wird. Dem Taxifahrer erzählen wir von unserem Programm, der zeigt sich voll begeistert.

Es geht zum Atocha-Bahnhof, weil es dort Schließfächer für unsere Koffer gibt. Krass: Die haben nen Security-Mann mit Röntgengerät. Bevor man also was einschließen kann, wird gescannt. Kennt man von hier so auch nicht. Dann geht’s per Metro ab ins Campo de Futbol de Vallecas (14.708 Fassungsvermögen) zum Spiel Rayo Vallecano gegen CF Valencia mit unserem WM-Helden Mustafi. O-Ton Kollege Stefan: „Seine größte Leistung war seine Schutzverletzung! Nur so war Jogi’s Aufstellungs-Irrsinn zu stoppen!“.

Das Spiel ist das vorletzte des (34.) Spieltags der englischen Woche, der von Dienstag bis Donnerstag ging. Wir kommen bereits um 19:40h an und haben noch Zeit für ein schnelles Bierchen beim netten chinesischen Händler gegenüber (0,5er Büchse Mahoo rot). Überhaupt sind alle Buden und kleinen Supermärkte in ganz Madrid in der Hand von Chinesen. Sehr eigenartig oder doch schon mafiös?

Das Stadion Campo de Fútbol de Vallecas ist ebenfalls sehr eigen, teilweise sogar aus Holz. Es sieht so aus, als ob es nicht mehr lange stehen würde und hat daher einen ganz eigenen Charme. Die Kassenhäuschen sind kleine vergitterte Fenster in einer Ziegelwand. Wir zahlen schlanke 25 Euro für Sitzplätze. Eine Torseite ist mit einer schnöden Mauer verunstaltet (dort gibt’s keine Tribüne), hinter dem anderen stehen die überaus aktiven Heimfans in gerade einmal 12 Reihen Tiefe (siehe Bilder auf Wiki). Wir sitzen im Unterrang, die Valencia-Fans recht lautstark im Oberrang über uns.

Das erste Stadion-Bier bringt Ernüchterung und Entsetzen: Es gibt nur alkoholfreies. Bitterlich beschweren wir uns bei den um uns herumsitzenden Fans, dass man Alemannen so nicht behandeln dürfe, die lachen sich kaputt und zeigen direkt Interesse, wo wir denn herkommen. Kollege Stefan hat mit „Tarjeta“ (Karte!) derweil ein neues Lieblingswort und brüllt es freudestrahlend bei jedem legalen oder illegalen Valencia-Tackling.

Für Rayo geht’s um nichts mehr, Valencia will Platz 4 verteidigen – CL-Qualifikation. Valencia ist spielerisch auch klar besser und Mustafi versucht zu dirigieren (nur hört scheinbar niemand auf ihn). Dennoch geht Rayo – die mit Manucho ein echtes Tier als Sturmspitze haben – schnell in Führung und wir gehen steil. Unsere Herzen gehören natürlich dem Underdog.

Und dann geht’s richtig ab: Rayo wird in der zweiten Halbzeit per roter Karte wegen Notbremse dezimiert (harte Entscheidung, da nicht klar letzter Mann) und es kommt zu tumultartigen Szenen auf dem Platz. Auch wir beschimpfen den Schiedsrichter, der aussieht wie ein 18 jähriger Streber und seine Karten immer unnatürlich elegant mit durchgebogenem Rücken zückt, enthusiastisch. Aus dem Freistoß resultiert dann auch der (leider verdiente) Ausgleich.

Der Rayo-Trainer regt sich darüber so auf, dass er auf die Tribüne geschickt wird. Und was macht er? Geht in aller Seelen Ruhe und unter Applaus von der mittig platzierten Bank über das halbe Spielfeld Richtung Spielertunnel hinter dem Tor. Dabei bleibt er mehrfach stehen, dreht sich zum Schiri um, der in der Nähe wartet, und packt sich an die Klöten. Wir packen uns an den Kopp und feiern den Trainer, der für diese Aktion für 3 Pflichtspiele gesperrt wird. Kurze Zeit später fliegt auch noch der Co-Trainer wegen Meckerns runter. Der geht aber artig außen rum. Die Bank dünnt sich aus.

Valencia drückt zunehmend, ist aber erfolglos und in Minute 78 gibt’s dann ein herrliches Frustfoul gegen den Rayo-Torwart (der Ball ist schon längst weg) und die nächste Rote (hierfür gibt es im Nachgang ebenfalls 3 Spiele Sperre). Der Spieler darf sodann am ganzen Spielfeldrand entlang laufen und sich von den einen Meter entfernt sitzenden Zuschauern „komplett durchbeleidigen lassen“ (Kollege Olaf). Rayo hätte das Spiel dann noch durch einen Kopfball von Manucho gewinnen müssen, der vertändelt aber kläglich. Mit dem 1:1 können wir gut leben.

Eines fällt sofort auf: Die Fans sind wesentlich friedlicher als in Deutschland. Es gibt keine Blocktrennung, keine großartige Polizeipräsenz, alles kommt zusammen ins Stadion und geht hinterher wieder. Keine Aggressionen, keine großartige Sicherheit. Einige verbale Scharmützel zwischen den Zuschauern, aber kein Schaum, kein Geifer, keine brennenden Fahnen. Von jeder Stadionseite aus hätte man sofort nen Flitzer starten können.

Dafür ist die Stimmung auch eine wesentlich andere. Kein Dauersupport wie in Deutschland, kein durchchoreografierter Gesangsmarathon. Dafür eine Stimmung, die dem Spielgeschehen folgt. Also alles anders. Ob besser oder nicht, ist letztendlich Ansichtssache.

Nach dem Spiel verköstigen wir dann endlich wieder echtes Bier (beim Chinesen gegenüber, weil alle Bars in der Nähe hoffnungslos voll sind) und saugen die mediterrane Atmosphäre auf. Das Licht, der Lärm, die Leute – es ist eine ganz eigene Stimmung, die Madrid des Nachts verströmt und die einen sofort in Urlaubsmodus versetzt.

Das Verweilen hat allerdings seinen Preis: Als wir später unsere Koffer am Atocha abholen wollen, sind die Schließfächer dicht. Der Security-Mann hat bereits Feierabend gemacht. Wer denkt denn an sowas? Also geht’s ohne Koffer zum Hostal, kurz einchecken, und dann hinaus in die maritime Nacht, die man problemlos im T-Shirt bestreiten kann. Bzw. im Anzug: Denn Kollege Stefan ist direkt vom Arbeitsplatz zum Flieger und läuft entsprechend den ganzen Abend im adretten Büro-Outfit herum.

Erster Halt ist das Casa Toni direkt neben unserem Hostal, ein herrlich kleiner Laden mit Toni hinterm Tresen, der so gut wie alle Tapas grillt oder frittiert. Ein Pflichtbesuch in Madrid, seitdem ich denken kann. Dazu weitere Bierchen, bis wir sitt und satt sind. Danachs geht’s dann auf ausgedehnte Kneipentour.

In einer Lokalität treffen wir eine Spanierin, die 1 Jahr in Berlin gelebt hat. Diese verrät uns, dass sie aus den Deutschen nicht schlau würde. Alle Deutschen, die sie hier treffen würde, wären immer so offen und herzlich. So wie wir zum Beispiel. Das Jahr in Berlin wäre hingegen nicht so toll gewesen, weil die Leute, die sie dort kennen gelernt hat, irgendwie verschlossen gewesen seien und alle ab 35 kaum raus gingen, v.a. wenn sie Familie hätten.

Letzteres ist in Spanien definitiv anders. Hier ist man quasi jeden zweiten Abend draußen in irgendeiner Bar zum Essen und Trinken mit Kind und Kegel. Gerne auch länger. Wir zaubern bis etwa 03:00h, wobei die Kollegen irgendwann auf Gin-Tonic und ich auf Rotwein umsteigen. Gin-Tonic, ey, der neue Hype. Bis vor 1-2 Jahren hat es keinen interessiert, jetzt hat plötzlich jede Kneipe in Deutschland (und scheinbar auch in Spanien) ne seitenlange Gin-Karte. Und natürlich hat jeder schon immer gerne Gin getrunken. Ne, is klar. Frei nach Forrest Gump: Hip ist der, der hippes tut. Ich lehne dankend ab.

Freitag, 1. Mai

In unserem Hostal Marlasca bin ich jetzt schon zum x-ten Mal. Zentral gelegen, urig, vergleichsweise günstig. Was will man mehr? Erstmal auf zum Museo del Jamon zum Frühstücken. Ein geiler Laden, wo der Schinken von der Decke hängt. Dazu auch noch günstig. Um 11h haben die Spanier schon das erste Bier am Hals. Danach machen wir einen Spaziergang zum Atletico-Stadion, weil wir Karten für morgen kaufen wollen. Ein schöner Weg, der aber zunehmend trister wird, je mehr man sich dem Stadion nähert. Skurril: Unter der Haupttribüne geht eine Schnellstraße hindurch. Der Fanshop hat zwar auf, verkauft aber keine Karten. Morgen ab 10h machen die Kassenhäuschen auf, also müssen wir den Kartenkauf vertagen.

Weiter geht’s zum Atocha, wo wir erst mal unsere Koffer auslösen. Zurück im Hostal kann Kollege Stefan auch endlich seinen Anzug, mit dem er auch heute die ganze Zeit lang rumgerannt ist, in den Schrank hängen. Gespeist wird erneut im Casa Toni , bevor wir zum Atocha zurückkehren: Denn wir wollen heute nach Getafe und in diesen Vorort geht’s am besten per S-Bahn. In der Nähe des Bahnhofs finden wir allerdings erst noch ein Punkkonzert zum 1. Mai und genehmigen uns ein paar Mahoo-Büchsen auf die Hand (selbstverständlich wieder von einem chinesischen Kioskbesitzer), während die Band Lieder von den Toten Hosen umtextet.

Getafe selbst sieht aus, als ob es am Reißbrett entworfen worden ist. Der Rechte Winkel ist sicherlich Ehrenbürger der Stadt. Alles zudem sehr sauber und adrett. Die Hecken akkurat geschnitten, der Rasen getrimmt, nirgends der kleinste Anflug von Unordnung oder gar Dreck. Wir sind sofort angewidert und machen uns auf Richtung Stadion. Die Flutlichtmasten sind recht schnell zu sehen. Unterwegs treffen wir niemanden an. Keine Fußgänger, keine Kioske, keine Kneipen, nur Batterien von Einfamilienhäusern, gepflegte Beete und gefegte Straße. Wir fühlen uns unwohl und die Zeit drängt.

Leider stellt sich heraus, dass die Flutlichter zu einer Freizeitanlage gehören und das Stadion woanders liegt. Und ja, Kollege Stefan hat mit seinem Smartphone in der Hand drauf hingewiesen, dass die Richtung falsch sei, wurde aber von Olaf und mir aufgrund der Tatsachenlage (die Flutlichter waren nun wirklich nicht gerade klein und mussten einfach zum Stadion gehören) überstimmt. Also wird der Speed angezogen.

10 Minuten nach Anpfiff sind wir endlich am Nebenplatz des Hauptstadions angekommen, wo heute Getafe B gegen Amorebieta aus dem Baskenland dargeboten wird. 15 Euro kostet das Drittligaspiel, aber immerhin gibt es echtes Pils aus einem echten Zapfhahn von einer echten spanischen Schönheit hinterm Tresen. Der erste Pluspunkt für Getafe! Hier ein Bild der (einzigen) Tribüne.

Innerhalb der etwa 200 Zuschauern treffen wir auf Christhart aus Berlin (mein Kommentar, nachdem er sich vorgestellt hat: „Oh, das ist hart…“), der seit 3 Jahren in Spanien lebt und dem der Groundhopperpunkt noch fehlt. Wir geben ihm ein paar Runden aus und was keiner von uns ahnt: Christhart werden wir heute erst zu später Nacht wieder los! Und da hat er bei uns bereits den Namen „Schnorrhart“ weg. Die Getränke besorgt er sich bei uns, die Zigaretten – weil von uns niemand raucht – bei anderen. Und er scheint Kettenraucher zu sein, unser lieber Schnorrhart.

Natürlich haben Wörter wie beinhart, bretthart und Die Hard bei uns heute Hochkonjunktur. Zu späterer Stunde schwören uns  gegenseitig, unsere Erstgeborenen Gerhard, Erhard oder Eberhard zu taufen. Egal ob Junge oder Mädchen. Und wir ziehen Schnorrhart mit durch, den ganzen Tag, den ganzen Abend und fast die ganze Nacht. Weil er uns irgendwie Leid tut. Er scheint froh zu sein, uns Spinner getroffen zu haben und überhaupt „La Crisis“.

Erst spät in der Nacht zahlt Schnorrhart plötzlich eine Runde Sherry. Wohl aus Versehen, denn er ist zu diesem Zeitpunkt bereits jenseits von gut und böse – unser Tempo scheint er nicht so ganz gewohnt zu sein. Dennoch lässt er keine Runde aus. Und die Folgen werden im Zeitverlauf immer sichtbarer.

Das Spiel ist schnell erzählt: Man sitzt direkt am Spielfeld und kann die Jungs auf dem Rasen direkt befeuern oder beleidigen, was wir ausgiebig tun. Neben Stefans „Tarjeta“ natürlich v.a. auf Deutsch. Die Getafer gucken befremdlich und sind sich wohl unschlüssig, ob wir nun baskisch sprechen oder nicht. Ich versuche es einmal mit dem Anfeuern des Heimteams – „Ha, Ho, He, Super GetaFE!“ – aber es fühlt sich falsch an. Lange Rede kurzer Sinn: Amorebieta siegt zu unserer Freunde mit 0:1 und wir beklatschen den baskischen Sieg frenetisch – womit wir so ziemlich die einzigen im Stadion sind.

Von der Getafer B-Mannschaft kann sich niemand für das A-Team anbieten, zu viele Fehler im Spielaufbau und der Torwart kann auch irgendwie nur ins Aus pöhlen. Leider wird die händische Anzeigetafel sofort wieder abgebaut, bevor wir ein Bild mit uns machen können. Erwähnenswert ist ansonsten noch die hübscheste Polizistin der Welt, die im Stadion direkt vor uns ihren Dienst verrichtet. Uniformfetischisten wären wohl direkt in Ohnmacht gefallen. O-Ton Stefan: „Die könnte von mir auch gerne ne DNA-Probe einsammeln…“. Der zweite (und letzte!) Pluspunkt für Getafe am heutigen Tag.

Nach dem Spiel sind wir aufgrund der hohen Schlagzahl (keine Schlange am Zapfhahn!) schon merklich angeschossen, schnappen uns Schnorrhart und fahren zurück nach Madrid. Da Schnorrhart keine echten Insider-Tipps hat oder geben will, ist hier die Calle Cervantes unser Ziel: Wir wollen uns einmal von vorne bis hinten durchfuttern und –trinken. Das schaffen wir zwar nicht ganz, weil einige Läden uns zu schnöselig erscheinen, aber wir hüpfen von Kneipe zu Kneipe.

Überall nette Inhaber, überall freut man sich über unser deutsches Geplapper, jeder kennt jemanden, der in Deutschland lebt oder gelebt hat, toll. In Erinnerung bleibt vor allem ein Zapfhahn, der so kalt ist, dass er von einer millimeterdicken Eisschicht ummantelt ist. Die Temperatur wird – auf dem eigens hierfür angebrachten Digital-Thermometer – mit minus 1,9 Grad angegeben.

Irgendwann landen wir auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen (Kollege Stefan) in einer Sherry-Bar, wo es dann diskussionstechnisch so hoch zwischen uns hergeht (wir beleidigen uns lautstark und leidenschaftlich ob der Dummheit des anderen), dass wir gebeten werden, etwas leiser zu sein. Und das in Spanien. Eine echte Auszeichnung.

Hier hat Schnorrhart dann seinen großen Auftritt und bezahlt versehentlich eine Runde. Kurze Zeit später verlieren wir ihn auf einem Platz mit lauter Kneipen aus den Augen, wo er sich auf der Suche nach der nächsten Zigarette von der Truppe entfernt. Untragisch. Allerdings verlieren sich die Erinnerungen auf den sonstigen Abend ebenfalls so langsam. Nur eines ist sicher: Es wird wieder verdammt spät…

Samstag, 2. Mai

Da Kollege Stefan unpässlich ist, wollen Olaf und ich alleine zum Atletico-Stadion, um Karten zu besorgen. Zuvor aber noch kurz ins Museo del Jamon zur Kräftigung. Diese ist überlebensnotwendig, da uns Olafs Navigationskünste überall hinführen, nur nicht zum Stadion. Da ich noch stark lädiert bin, folge ich willenlos. Plötzlich sind wir am Retiro, also völlig falsch. Wir nehmen somit besser die Metro.

Am Stadion angekommen finden wir eine lange Schlange vor dem einzig geöffneten Kassenhäuschen vor. Irgendwann macht endlich ein zweites auf. Dennoch dauern die Beratungen merklich lange und wir werden unruhig. Sind die alle zu blöd zum Karten kaufen? Als wir endlich dran sind, wissen wir auch, was da immer so lange gedauert hat: Es gibt zwar Karten, aber nur noch hochpreisig. Die günstigsten liegen bei 85 Euro „unter’m Dach“. Wäre aber „Zona Privada“. Auch auf mehrfache Nachfrage kann mir der nuschelnde Madrider Jungspund nicht erklären, was das sein soll. Es hört sich nach VIP-Bereich an, das wäre ja so verkehrt nicht.

Aber wir haben eh erst 13:30h und es sind noch über 2 Stunden bis zum Spiel. Also suchen wir uns eine schöne Tapas-Bar und genießen die Zeit. Leckere Speisen und Bier locken endlich auch Kollege Stefan zu uns, der stilecht im Taxi vor fährt. Als wir dann gegen 15:30h zum Stadion zurückkehren, wundern wir uns schon, warum so wenig los ist. Wie sollen da in der kurzen Zeit 60.000 Leute rein strömen?

Am Stadion sehen wir, dass die Türen noch zu sind. Was ist denn hier los? Kollege Olaf und ich hatten die Grounds unabhängig voneinander durchgeplant, daher kann kein Fehler vorliegen. Aber ein Blick ins Netz zeigt, dass das Spiel erst um 18:00h beginnt. Es muss also verlegt worden sein. Versteh‘ einer die Spanier. Die haben die Verlegung aber augenscheinlich alle mitbekommen.

Na gut, also ab in die nächste Bar, denn der Löres brennt heute unbarmherzig von oben herab (bislang war es warm, aber bedeckt gewesen). Wir suchen uns selbstverständlich eine Atletico-Fankneipe aus und gucken das „richtige“ 16:00h-Spiel zwischen Barca und dem Tabellenletzten Cordoba, das von den Katalanen mit 8:0 gedemütigt wird.

Als unser Spiel dann endlich in zeitliche Reichweite rückt, entern wir unseren Eingang, nur um plötzlich in einer Art Lounge mit Ledersesseln zu stehen. Äußerst verwirrend. Mit dem Aufzug – der unendlich lange braucht – geht’s dann nach oben zu den „Zonas Privadas“. Diese entpuppen sich in der Tat als kleine VIP-Bereiche mit eigenem Fernseher, eigenem Klo und eigenem Kühlschrank. Letzterer ist leider abgeschlossen. Damn!

Mit uns gemeinsam gucken 10 Zyprioten, die während des Spiels das ein oder andere Malaka brüllen, und 2 Spanier durch eine Glasscheibe aufs Feld. Völlig steril. Man bekommt von draußen kaum etwas mit. Die Kabinen sieht man hier ganz schön über der Choreo.

Aber es hilft ja alles nichts – wir brauchen was zu trinken. Also gehe ich raus, frage nach Getränken und werde quasi einmal ums Stadion herumgejagt. Hier steht ein einzelner Verkäufer mutterseelenallein herum. Die gute Nachricht: Es gibt echtes Bier! Allerdings in niedlichen 0,25 Liter Büchschen (für jeweils 2 Euro). Also ne Plastiktüte voll gemacht und zurück geeilt. Aus den leeren Büchsen errichten wir stilecht ein Türmchen vor der Glasscheibe und nennen ihn den Geraden Turm von Atletico.

Und eins kann ich Euch sagen: Live-Fußball hinter Glas macht keinen Spaß! Wirklich nicht! Malaka! Aber wir machen das Beste aus der Situation, goutieren das Bier, benutzen ausgiebig unser Privatklo und unterhalten uns mit den Zyprioten, die natürlich auch irgendwelche Verwandte in Deutschland haben (dieses Mal in Münster). Mit Abpfiff der ersten Halbzeit steht unser Entschluss fest: Wir hauen ab. Wir wollen ins Freie. Wir wollen Luft. Und Stimmung.

Die ersten beiden 3er-Sitzgelegenheiten, die wir okkupieren, werden alsbald von ihren angestammten Besitzern reklamiert. Bei dieser Gelegenheit treffen wir ein paar Schweizer, die man ebenfalls in eine der Logen gesteckt hatte und die ebenfalls vor dieser auf der Flucht waren. Final kommen wir dann im Bilbao-Fanblock unter, wo wir hinter einem herrlichen Mecker-Opa Platz nehmen. Der passt wunderbar zum Kollegen Stefan, der auf der Dortmunder Südtribüne nur als „Opa Motzki“ bekannt ist und sich somit sofort heimisch fühlt.

Der Gästeblock ist klein und zudem nicht ausverkauft. Die Anwesenden inklusive uns geben dennoch unser bestes. Wir krakeelen, was die Lungen hergeben. Und es hilft: Madrid erzielt im gesamten Spiel zwar drei Treffer, die allerdings alle vom Schiri wegen Abseits zurückgepfiffen werden. Einer zu recht, zwei zu unrecht. Was uns wiederum nur recht ist. Nach dem Abpfiff kommen wir mit ein paar Basken ins Gespräch. Ein Mädel hat ein Amorebieta-Trikot an und als wir erzählen, dass wir das Spiel vorgestern gesehen haben, sind die Basken erstaunt und begeistert.

Nach dem Spiel geht es dann wieder zurück ins Zentrum. Leider lassen wir uns von einer Haltestelle mit wartendem Bus dazu verführen, einzusteigen und nicht bis zur Metro weiterzulaufen. Denn da viele Straßen wegen des Spiels gesperrt sind, ist überall Stau. Stoisch ertragen wir Durst und Wärme und kriechen dem Ziel entgegen.

Dieses ist ein Restaurant, mit dem uns Kollege Stefan seit Beginn des Urlaubs in den Ohren liegt. Stefan möchte Entrecote essen. Als wir vor dem Laden stehen, lehnen Kollege Olaf und ich den Vorschlag ab. Wie meine spanische Frau immer zu sagen pflegt: „Geh‘ in Spanien nie in einen Laden mit Tischdecke!“. Also geht’s stattdessen zurück zur nächstbesten vollen Tapas-Bar und wir beginnen erneut einen Ess- und Trinkmarathon. Irgendwann sind wir auch wieder bei Toni in dessen Casa. Und auch die Sherry-Bar lässt uns noch mal rein.

Zu späterer Stunde entschließen wir uns, den 1. Rayo-Fanclub Ruhrpott zu gründen. Olaf wird Präsident („Wollte ich immer schon mal sein!“), Stefan Frauenbeauftragter (auf dieser Tour aber ohne Fortune, „Weil ich einfach nicht in die Zweikämpfe komme!“) und ich Chronist. Weshalb ich das ganze hier auch aufschreibe. Erste Club-Aktivität ist das morgige Spiel um 12:00h gegen Espanyol Barcelona. Und das ist schon krass: Zwischen den beiden Rayo-Spielen liegen weniger als drei Tage. Überhaupt ist der spanische Spieltag maximal zerfleddert: Ist gibt keine zwei Spiele, die parallel laufen. Alles ist komplett zerhackstückelt. Unangenehm. Und die Zukunft des deutschen Fußballs? Hoffentlich nicht.

Sonntag, 3. Mai

Da Kollege Stefan erneut unpässlich ist, machen sich Olaf und ich nach obligatorischer Stärkung im Schinkenmuseum auf die Suche nach zwei Dingen: Einem Geschäft, in dem wir Rayo-Schals kaufen können und einer Kneipe, in der man das Spiel gucken kann. Wir laufen und laufen. Querfeldein, abseits der Touristenpfade. Aber die Stadt scheint noch zu schlafen. Doch wir finden Geschäfte, allerdings nur mit Real- und Atletico-Zeug, das niemand will. Finden Bars, die entweder keinen Fernseher haben oder lieber Motorsport zeigen. Niemand in der Stadt scheint Rayo zu beachten. Der Club ist quasi nicht existent. Wird versteckt. Wir sind empört, aber uns macht es nur noch entschlossener.

Das Spiel fängt an und wir irren immer noch durch die engen Gassen. Kollege Stefan weilt weiterhin im Koma. Unsere App sagt uns, dass Rayo mit 1:0 in Führung liegt. Wir jubeln. Plötzlich fallen uns ältere Damen auf (50+), die lasziv gekleidet sind und in eindeutigen Posen auf Kundenfang gehen. Und das in der Nähe einer Kirche, in der gerade ein Gottesdienst zu Ende gegangen ist. „Mein lieber Otto!“, wie Kollege Stefan zu sagen pflegt, wir haben den Oma-Strich gefunden! Und da, mitten auf dieser Dienstleistungsmeile, eine Bar, aus der Fußballgeräusche zu hören sind! Also den Damen noch kurz zugenickt und rein.

Der Fernseher läuft, zwei Plätze am Tresen sind frei, wir bestellen zwei Bier und schauen zur Glotze. Da läuft in der Tat ein Spiel. Aber nicht die Primera Division, sondern die Zweitligapartie zwischen Pontevedra und Zaragoza. Wir sind zu erschöpft, um weiter zugehen und schauen die zweite Halbzeit am Tresen. Die Bedienung hält uns erst für Engländer, und als wir uns als Deutsche zu erkennen geben, wird sie merklich herzlicher und lästert erst mal eine Runde über die Inselbewohner und deren Benehmen ab. Auch sie kennt natürlich Spanier, die jetzt in Deutschland leben. Zur Abwechslung mal Düsseldorf.

Kollege Stefan stößt gegen Ende der Partie endlich zu uns und lüpft seine ersten Bierchen. Nach dem Spiel ist es dann auch schon wieder Zeit für eine echte Stärkung und die nehmen wir natürlich im Casa Toni ein, wobei Toni wieder reichlich auftischt und sich unsere Erlebnisse des Vortages erzählen lässt.

Heute steht erneut Getafe auf dem Programm, dieses Mal allerdings die erste Elf, die gegen den abstiegsbedrohten FC Granada antritt. Nachdem der Vorort uns schon beim ersten Besuch nicht sonderlich gefallen hat, ist für uns klar, auch heute wieder in den Auswärtsblock zu gehen und dort vollen Support zu geben.

Vor dem Stadion fragen wir alle anwesenden Händler nach Rayo-Schals und werden schief angeguckt. Man hat zwar nicht nur die übliche Verdächtigen Real und Barca im Angebot, aber Rayo scheint auch hier gemobbt zu werden. Immerhin verspricht uns ein Händler, dass er nach dem Spiel 3 Rayo-Schals für uns bereithalten wird.

Das Coliseum Alfonso Perez (17.393 Plätze) ist dann wieder ein herrlich-skurriles Stadion mit einer ganz eigentümlichen Konstruktionsweise, das man heute für korrekte 30 Euro Eintritt betreten darf.

Der heute Gast aus Granada liegt fußballtechnisch am Boden: Es sind noch 4 Spieltage, man ist Vorletzter und hat 6 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Insgesamt stehen ganze 4 Siege in 34 Partien zu Buche, seit 8 Spielen ist man ohne Dreier. Und Anfang April kam man bei Real Madrid gar mit 9:1 unter die Räder (alleine 5 Tore durch Christiano Ronaldo), was auch die Tordifferenz von minus 41 erklärt. Immerhin wurde just am 1.5. der Trainer gefeuert und es steht ein neuer, recht korpulenter Mann an der Seitenlinie. Die Faktenlage ist klar: Wir verschreiben uns ganz dem gebeutelten Club aus Andalusien.

Rund 200 Granadiner setzen sich heute der Gefahr einer weiteren Demütigung aus. Ein spärlicher Haufen, aber dennoch lautstark. Und angeführt wird das Möbchen von einem Typen, der scheinbar direkt nach dem Kampf um Troja, wo er sowohl mit Hector als auch mit Achilles kurzen Prozess gemacht hat, in den Gästeblock gekommen ist: Marcos heißt der Capo der „Granadinistas“ und er meint es ernst, todernst. Aber seht selbst (Das Video wurde rund zwei Wochen vor unserem Besuch online gestellt).

Doch so martialisch, wie er auf dem Video rüberkommt, ist er in der Realität gar nicht. Er steht auf einem Wellenbrecher, wobei ihm ein Kollege per Dauerhandschlag im Gleichgewicht halten muss, weshalb er nur eine Hand frei hat. Er hat kein Megaphon und scheinbar auch kein Programm. Er macht das, was sein Herz ihm sagt: Kämpfen bis zum rechnerischen Abstieg. Er versucht die Menge mitzureißen. Sucht ständig Augenkontakt zu seinen Untergebenen. Als er mich anguckt, salutiere ich. Er lacht und salutiert zurück.

Wir machen begeistert mit, zumindest all das, was sprachlich geht: Ständig kommt das trotzige „Si se puede!“, quasi das spanische „Yes, we can!“. Aber auch andere Singalongs begleiten wir mehr schief als recht. Lustig: Marcos kann scheinbar nicht pfeifen, will aber bei gegnerischen Ecken, dass gepfiffen wird. Also fordert er auf und entschuldigt sich, dass er nicht mitmachen kann. Fordert auf, entschuldigt sich. Immer im Wechsel. Hervorragend in dieser Disziplin: Kollege Stefan, der ordentlich Luft durchlässt.

Das Spiel selbst ist an Dramatik nicht zu überbieten. In der 1. Halbzeit gibt es einen Handelfmeter für Granada, der direkt vor unserem Block gepfiffen wird. Niemals war das ein korrekter Strafstoß, aber wir fordern begeistert Penaltiiiiiiiiiiie! Marcos kann gar nicht hin sehen. Und als der Elfer mustergültig verwandelt wurde, passiert das Erstaunlichste: Marcos steigt herunter, geht in die Hocke – und weint! Der Koloss von Granada weint tatsächlich, ist völlig aufgelöst und wedelt sich mit den Händen Luft zu. Tränen der Erleichterung. Man sieht es ihm deutlich an.

Getafe ist besser, drückender, wird zunehmend feldüberlegen. Vom Rest der ersten Halbzeit bekommen wir kaum was mit, da diese auf der anderen Seite des Feldes stattfindet. Und dann ist es quasi mit dem Pausenpfiff soweit: Getafe gleicht aus. Und die ebenfalls etwa 200 Mann starke Supportertruppe in blau hinter dem Tor schwenkt munter ihre Fähnchen. Mehr hat Getafe in einem Heimspiel also nicht aufzubieten. Enttäuschend, wenn man es mal mit Rayo Vallecano vergleicht. Den Gegentreffer nimmt Marcos allerdings relativ gelassen hin. Was zunächst erstaunt, scheint letztendlich einfach nur hartes Training zu sein: Wer sich als Granadinista von Gegentreffern umhauen lässt, lebt nicht lange.

In der Halbzeitpause geht Marcos durch die Reihen, spricht die Leute einzeln an und schwört sie auf die nächsten 45 Minuten ein. Für uns gibt es eine Beckerfaust. Und da Granada nur ein Sieg weiterhilft, wird das Team in der zweiten Hälfte wieder aktiver. Es wird ein offeneres Spiel mit mehreren Chancen auf beiden Seiten. In einer Konter-Situation hat Granada zudem das Glück, keine rote Karte zu bekommen.

Und dann geht Granada in der 60. Minute mit 2:1 in Führung! Erneut weint Marcos, erneut lassen die Granadinista ihre Schals und Fahnen fliegen. Allen voran ein Fan mit dem Namen „El Polaco“ auf dem Trikot. Getafe hat einige gute Ausgleichsmöglichkeiten, vertändelt diese aber zu unserem Glück. Marcos peitscht die Leute nochmal nach vorne, brüllt die Stadionuhr quasi im Alleingang herunter, animiert, was das Zeug hält.

Und dann ist es vorbei! Granada hält 3 Punkte in den Händen, die Hoffnung lebt und die Meute ist erleichtert und begeistert! Allen voran Marcos, der quasi jeden anspringt und umarmt, der sich nicht in Sicherheit bringt. Ich gehe zu ihm hin und werde von diesem massiven Schweiß-Teddy erst mal ordentlich abgeknuddelt. Ich sage ihm, dass ich in rund 30 Jahren Fußball wenig gesehen habe, das emotionaler gewesen ist, als er in diesen 90 Minuten und bitte um ein Foto mit ihm.

Da er merkt, dass ich „Giri“ bin (Ausländer), fragt er nach, woher ich komme und weshalb ich hier bin. Und nachdem ich ihm kurz von unserem Trip, meiner spanischen Frau, deren Familie aus der Provinz Granada stammt, und meinem Schwager und bekennenden Granada-Fan erzähle, guckt er ungläubig-begeistert und bittet mich kurz zu warten. Nach einigen Minuten kommt er mit einem Fan-Trikot der Granada-Ultras wieder und drückt es mir mit den Worten „Ihr seid die wahren Fans!“ in die Hand. Sagt‘s, bedankt sich und bespringt den nächsten Kollegen im Pulk.

Olafs staatsmännischem Kommentar nach dem Spiel „Wir haben gewonnen!“ ist indes nichts hinzuzufügen. Und nicht nur das: Der Sieg ist der Auftakt zu einer Serie! Am folgenden Spieltag wird der Tabellenletzte aus Cordoba zu Hause humorlos mit 2:0 abgefertigt und am vorletzten Spieltag gelingt ein weiterer Auswärtssieg (3:0) bei Real Sociedad San Sebastian. Somit steht man vor dem letzten Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz, muss aber im letzten Heimspiel gegen Atletico Madrid ran. Hoffentlich lassen die es bayernesk angehen.

Wir verlassen das Stadion und finden uns bei dem Merchandise-Verkäufer ein, der uns die Rayo-Schals versprochen hatte. Und siehe da: Sie liegen bereit! Glückselig geht es zurück nach Madrid, wo wir noch ein letztes Mal nach allen Regeln der Kunst die Nacht zum Tage machen.

Montag, 4. Mai

Hier können wir es kurz machen: Wir sind komplett fertig mit Schönschreiben. Die vorherigen Tage fordern ihren Tribut und wir pfeifen aus dem letzten Loch. Im Schinken-Museum wird noch einmal gefrühstückt, dann muss sich Kollege Stefan auch schon Richtung Flughafen verabschieden.

Olaf und ich erkunden zu Fuß und permanent mit Wasserflasche in der Hand Madrid: Plaza Major, den großen Markt in dessen Nähe, Gran Via, Palast und Palastgarten kennen wir zwar ebenso wie den Retiro, aber Architektur und Flair sind immer wieder aufs Neue einfach nur atemberaubend.

Nachmittags machen wir dann unseren finalen Fress-Abstecher ins Casa Toni und verabschieden uns von unserem Stammwirt. Nicht ohne ihm zu versprechen, beim nächsten Mal wieder bei ihm vorbei zuschauen. Und versprochen ist versprochen! Denn eines ist sicher: Madrid ist die geilste Stadt der Welt. Fakt!

Update: Da ich jetzt schon mehrfach gefragt wurde, was der Trip insgesamt gekostet hat, hier eine kleine Aufstellung:

Flug: 160 Euro (Germanwings ab Düsseldorf)
Hostal: 250 Euro (Hostal Marlasca, 4 ÜN im Einzelzimmer)
Eintritte: 155 Euro
Futtern&Saufen&Party&Schnorrhart: Rund 550 Euro

Macht in Summe also rund 1.100 Euro für 5 Tage Spaß. Oder anders gesagt: Ein ruinöser Traum!

Bildquelle: http://www.bdfutbol.com

Über den Autor: Don

Mag Bier und Heavy Metal genau so gerne wie Eintracht Frankfurt. Bis 5 Uhr in der Bochumer Pinte anzutreffen. Spinnt.

2 comments

  1. Schalke News

    „Olafs staatsmännischem Kommentar nach dem Spiel „Wir haben gewonnen!“ ist indes nichts hinzuzufügen.“

    Super! Toll geschrieben und auch noch sehr informativ. Weiter so bitte.