Wolfgang Salewski – Unser Rainer Wendt der Woche

Wolfgang_Salewski_Mediator_FC_BayernWas ist eigentlich die Aufgabe einer Mediators? Wikipedia hilft uns Ahnungslosen weiter: „ein (außergerichtlicher) Vermittler in einem Kommunikationsprozess“. Seit den Protesten gegen die Verpflichtung von Manuel Neuer durch den FC Bayern München leistet sich der Verein einen solchen Mediator. Wolfgang Salewski ist sein Name, eine Fachkraft mit großem Namen und langer Geschichte, der in der aktuellen Auseinandersetzung zwischen den Fans in der Südkurve der Arena in Fröttmanning und dem FC Bayern vermitteln soll.

Was also ist Salewskis Aufgabe, der inzwischen gut zwei Jahre im Amt ist? Wir bemühen weiter Wikipedia: Beim Mediator handelt es sich um eine dritte „allparteiliche“ Person, mit dessen Hilfe die Konfliktparteien zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, „die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.“

Ist Wolfgang Salewski geeignet dieser Aufgabe nachzukommen? Wenn man einem Artikel der FAZ Glauben schenken darf, durchaus: Er ist Polizeipsychologe, verfügt mit 70 Jahren über reichlich Lebenserfahrung, beriet unter anderem die Bundesregierung bei der Entführung des Flugzeugs „Landshut“ im deutschen Herbst und baute die GSG9 mit auf. Ein Krisenmanager, der nur für die größten Firmen und Behörden gearbeitet hat, ist dem FC Bayern gerade Recht genug, um zwischen den Anliegen der Fans, die sich insbesondere gegen die seit dieser Saison geltenden Zugangsbeschränkungen zu den beiden einzigen Stehblöcken in der Allianz Arena wehren, und dem Verein zu vermitteln.

Soweit die Theorie!

Denn Wolfgang Salewski scheint ein guter Freund unseres Lieblingspolizisten Rainer Wendt zu sein. (Dessen schönste Auslassungen gibt es hier zum Nachlesen und Ärgern). In einem Bericht der auf Sport1 lief (ausgerechnet Sport1, Haus-und Hofsender des FC Bayern) äußert sich Salewski in einer Art und Weise über die Fans des FC Bayern, die ihn nicht nur als untauglich, sondern auch als voreingenommen erscheinen lässt. Höhepunkt seiner von unfassbarer Ignoranz zeugenden Aussagen ist die Feststellung:

Die jetzigen Ultras, die früher Hooligans hießen!

Nicht die einzige, aber sicher die am meisten entlarvende Aussage eines Mannes, der im Zweifelsfall zu den „Funktionären auf der Ehrentribüne“ gehört, die sein Bruder im Geiste Rainer Wendt diese Woche bezüglich der Vorkommnisse beim Spiel Schalke 04 gegen Paok Saloniki meinte:

Wenn Herr Heldt und Herr Peters behaupten, der Pfefferspray- und Schlagstock-Einsatz seien unverhältnismäßig gewesen, muss ich sagen: Sie haben gar keine Ahnung und sollten öffentlich erst mal den Mund halten.“ Die Funktionäre säßen auf der Ehrentribüne und würden Canapés essen, während „unsere Leute zwischen den Blöcken stehen und sich ihrer Haut erwehren“ müssten. (SPON)

Auch zur Frage der Mitbestimmung der Fans, etwas, das zum Beispiel in Düsseldorf selbstverständlich ist, ohne dass es an jedem Spieltag zu Gewaltexzessen im Fanblock der Fortuna käme, hat Herr Salewski ganz im Gegensatz zu seiner Aufgabe als Mediator, der -wir erinnern uns – keine eigenen Entscheidungen trifft, eine dezidierte Meinung:

Nein!

Stattdessen will Salewski „neue Leute, neue Lieder“! Leute, die keine Scherereien machen und sich bestens in die Klatschpappenarmee in der Allianz Arena einreihen lassen. Konkreter: Salewski hätte hier lieber Leute, die ein bisschen mehr Geld auf der Naht haben als die Fans, die bisher auf den Stehplätzen der Allianz in Fröttmaning stehen. Die kompletten epischen Auslassung von Herrn Professor Salewski, bei dem man sich wirklich fragt, welche Form der Psychologie er lehrt, sowie Äußerungen der Schickeria München und des Club No.12 gibt’s im Video:

Über den Autor: esleben

Verrät als Freiburg-Fan Heimat wie auch Elternhaus und trinkt ansonsten ausschließlich Veuve Clicquot. Wer wohnt schon in Düsseldorf? Mehr über Esleben auf Google+

6 comments

  1. Guru von der Kreuzeiche

    Und der Salewski hat also schon Tote in der Kurve persönlich erlebt… Verwechselt der das jetzt mit GSG9-Einsätzen? Ein richtig, richtig unangenehmer Typ. Unglaublicher Demagoge. Komisch, dass gerade der vom sympathischen Verein Bayern München engagiert wurde. Argumente wie im Kindergarten. Saudumm. Anders kann man es nicht beschreiben.

  2. Esleben

    Meine Lieblingsstelle im Video: Sein selbstverliebtes Lachen als er auf seinen Slogan „Neue Leute, neue Lieder“ angesprochen wird.

  3. Don

    Nichts gegen die Funktionäre auf der Ehrentribüne. Die haben auch ein hartes Los. So musste ich schon einmal neben Holger Fach sitzen. 90 Minuten lang. Ne, 80. Der Knabe ist früher gegangen. Aber während seiner Anwesenheit hat er sich als Ehrentribünen-Tourettler geoutet. Sehr unangenehmer Typ. Am liebsten hätte ich mein Geld zurück gewollt, bis mir auffiel, dass ich gar nix gezahlt hatte.

    Ansonsten gilt: Jeder Club kriegt den Mediator, den er verdient.