Mein Verein will mich nicht! (Update)

Ich muss es schon wieder tun und über den einzigen Bundesligisten aus dem Breisgau schreiben. Der macht es mir nämlich gerade nicht leicht. Nicht was die sportliche Talfahrt in der Rückrunde angeht. Nein, verzweifelt versuche ich Tickets für ein Auswärtsspiel der “Breisgau-Brasilianer” (Dahlmann) zu ergattern, auf offziellem Weg. Was aber gar nicht so einfach ist, wenn man nicht in Freiburg wohnt und weder offizielles noch inoffizielles Mitglied eines Fanclubs ist.

Das Spiel des SC Freiburg in München am 26.Spieltag findet Samstagabends zur Primetime statt. Da meine nichtsnutzigen Brüder in der Stadt des “Edelstoffs” (Augustiner) wohnen, verbindet man doch gerne das Angenehme mit dem Nützlichen. Den Flug nach München habe ich vorsichtshalber schon Ende letzten Jahres gebucht, mit dem Erwerb der Tickets muss man ja zumindest warten, bis die DFL sich herablässt, den entsprechenden Spieltag zu terminieren.  Nicht so beim SC Freiburg.

Natürlich bietet der SC Freiburg auch online Tickets an, allerdings auf recht merkwürdige Weise. Bis man den Hinweis gefunden hat, wie der Verkauf der Karten für Auswärtsspiele gehandhabt wird, kann schon einige Zeit vergehen. Nur leider hilft einem der Hinweis “Der Kartenvorverkauf für Auswärtsspiele beginnt circa 3 Wochen vor der jeweiligen Begegnung.” nicht recht weiter.

Gut, dass es moderne Kommunikationsmittel gibt, mittels Telefonhotline lässt sich nach einer endlosen Folge von “Jas” und “Neins”, mit denen man durch gefühlte zehn Untermenüs navigieren muss, zumindest eruieren, ab wann die Tickets zum Verkauf stehen: ab 22. Februar. Soweit ist die Ansage auf der Homepage des SC also stimmig, und die deutsche Bahn kann sich die Hände reiben: für 29 Euro wird keiner der SC-Fans, die nach München wollen, in die bayerische Landeshauptstadt rollen. So weit, so fanfreundlich.

Wirklich schlauer, wie der Verkauf ablaufen soll, bin ich deshalb noch lange nicht und die Telefonhotline will partout keinen Kontakt zu echten Menschen herstellen. Also flugs eine Email an die angegebene Adresse auf der Homepage geschrieben. “Hiermit bestelle ich verbindlich… bla bla bla… mit freundlichen Grüßen”, denn:

“Sie können Karten persönlich bei der Geschäftsstelle oder per schriftlicher Bestellung (Hervorhebung von mir) erwerben”.

Binnen Stunde kommt die automatische Antwort, dass

Bestellungen per Brief, Fax, E-Mail oder telefonisch nicht möglich (sind)”.

Ich bin erstaunt und frage mich ernsthaft, wieso es dann die angegebene Email-Adresse gibt.
Doch da habe ich nicht mit Frau Lösle gerechnet. Einen Tag später erhalte ich von ihr eine Email mit dem Hinweis, wann der Verkauf für die Karten des betreffenden Spiels startet, und dass leider keine Reservierungen mehr angenommen werden. Aha, die Karten sind noch nicht im Verkauf, konnten aber schon reserviert werden? Ja von wem denn, frag ich da? Telefonisch, per Fax, E-Mail oder Post kann es ja nicht gewesen sein. Sie gibt mir aber auch noch den Hinweis, dass ich Karten ab dem betreffenden Tag – wir erinnern uns, es war der 22. Februar 2010 -  ab 9 Uhr morgens in der Geschäftsstelle des SC kaufen könne.

Überwältigt von soviel menschlicher Zuwendung habe ich Frau Lösle postwendend eine Email geschrieben, dass es mir leider nicht möglich sei, persönlich zu erscheinen, da zwischen meinem Wohnort und der Geschäftsstelle des SC sagenhafte 478 Kilometer liegen, die nicht mal eben abspulen kann. Auf ihre Antwort warte ich noch.

Update
Die liebe Frau Lösle hat sich bei mir gemeldet. Ihre dürre Antwortmail nimmt und macht mir zugleich die Hoffnung, doch noch Karten zu bekommen:

Falls es keinen großen Andrang am ersten Verkaufstag gibt, können Sie gerne am 23.2. nochmal per Mail nachfragen, vielleicht können wir dann Ihren Kartenwunsch noch bearbeiten.


P.S. Ich gebe ja zu, normalerweise kaufe ich keine Tickets für Auswärtsspiele des SC vor dem Tag des betreffenden Spiels. Davon gibt es nämlich immer noch reichlich direkt am Stadion. So langsam dämmert mir aber, wieso z.B. nach Leverkusen nur 159 Fans fahren, wie Sabine Töpperwien am Sonntag persönlich nachgezählt haben will.