Ach, Uli Hoeneß… Lamento, zweiter Teil

Ich kriege jeden!Ach, Uli Hoeneß! Gerade einmal sechs Monate ist es her, da hatte ich schon mal ein Hühnchen mit Dir zu rupfen. In der Zwischenzeit hast du weiter daran gearbeitet, Sympathie und Ansehen zu verspielen. Erst die eigenen Fans verprellt, dann den vor noch nicht einmal einem Jahr als neuen, alten Wunschtrainer präsentierten Hitzfeld vor den Kopf gestoßen und entgegen der Abmachung beiläufig erklärt, dass man sich schon bald trennt.
Ach, Uli Hoeneß, wenn das doch nur alles wäre! Aber nein, du legst nach, die willfährige Presse legt dir dies als Angriffslust aus und Du hoffst inständig, dass alle Angesprochenen klein beigeben. Ach, Uli Hoeneß, wahrscheinlich fällt es Dir einfach nur schwer los zulassen und deshalb meinst Du, Du müsstest Dich noch einmal so richtig durch die Bundesliga beserkern und in Europa auf die Kacke hauen.

Ach, Uli Hoeneß, in einer Pressekonferenz verkündest Du vollmundig, dass der FC Bayern jeden Trainer haben kann. Bestimmt sogar, zumindest jeden der sich für den FC Bayern interessiert und Interesse daran zeigt, sich permanent einem eitlen Triumvirat älternder Besserwisser auszusetzen. Nur, lieber Uli, wirken die genannten Namen so unglamourös als hätte man beim Arbeitsamt ein Stellengesuch aufgegeben mit dem Text: Trainer gesucht! Finke, Klopp, Augenthaler, sogar Matthäus, das klingt nicht nach großer weiter Welt, eher nach Erstrundenaus in der Champions League, trotz Ribery, Toni, Klose und Lahm.

Ach, Uli Hoeneß, damit nicht genug, forderst du vom Kollegen Heldt die Wahrung der Etikette im Werben um Lukas Podolski. Ist dein Kurzzeitgedächtnis mittlerweile so schlecht oder was war das noch im vergangenen Frühjahr als Du Dich mit Miroslav Klose am Flughafen Hannover getroffen hast. Stand der zu dieser Zeit nicht auch in Lohn und Brot bei Werder Bremen? War im Vorfeld des Treffens nicht auch versäumt worden, Kloses Verein zu informieren?

Ach Uli, momentan wirkst Du auf mich wie ein in die Enge getriebener Boxer, der noch einen lucky punch setzen möchte. Doch der wird dir nicht mehr gelingen, die Chance zur großen Befreiung für den FC Bayern wurde im Sommer vertan. Statt die teuren und fähigen Spieler mit einem jungen und innovativen Trainer zusammen zu bringen, hast du es noch einmal mit dem alten Fahrensmann Otmar Hitzfeld versucht.

Ach, Uli, wie war das noch gleich mit dem Fernglas und der Konkurrenz? 50 Millionen für einen satten Vorsprung von fünf Toren? Erfolgsbilanzen schreibt man meines Wissens anders.

Foto: fcbayern.de