Wir machen den Rubenbauer….. Teil 2

…und analysieren fröhlich weiter ins Blaue. Diesmal ist die aktuell untere Tabellenregion an der Reihe. Dort finden sich zum größten Teil Mannschaften wieder, von denen man es auch erwartete. Aber auch drei Teams, die sich einiges mehr ausgerechent haben vor der Saison.

VfB Stuttgart
Der deutsche Meister startete genauso durchschnittlich in die Saison wie in der Meistersaison. Nur dieses Mal hat niemand – und wohl am wenigsten die Stuttgarter selbst – damit gerechnet. Nach der Überraschungsmeisterschaft im letzten Jahr sind die Erwartungen natürlich höher angesiedelt. Vielleicht überschätzt sich der Verein inklusive Fans auch selbst. Sie haben eine Menge tolle Spieler im Kader, aber noch mal konstant am oberen Limit werden sie nicht spielen. Für einen UEFA-Cup-Platz könnte es reichen. Mehr traue ich den Stuttgarter Spielern, die teilweise noch sehr jung sind und wohl auch mal langsam anfangen, zu viel nachzudenken, in dieser Saison nicht zu.

Arminia Bielefeld
Nach gutem Start herrschte schon Europapokalstimmung in Bielefeld. Aber nach drei Niederlagen in Folge sind die Ostwestfalen wieder auf der Erde angekommen. Artur Wichniarek hat schon nach 8 Spieltagen 90 Prozent seiner Saisontore erzielt. Mehr als ein unterer Mittelfeldplatz ist für die Arminia nicht drin.

VfL Wolfsburg
Felix Magath schafft sie alle. Nachdem der durchschnittliche Trainer, der in Stuttgart eine Menge Glück und in München eine Menge guter Spieler hatte, die Totalmacht in Hitler-Stadt an sich gerissen hat, ist er drauf und dran nahtlos an seine Misserfolge in Bremen, Hamburg und Frankfurt anzuknüpfen. Radu hat er das Selbstvertrauen schon genommen, bei Munteanu hat er erst gar nicht zugelassen, dass der welches aufbaut. Mit Ashkan Dejagah spielt zwar ein sehr guter Spieler in Wolfsburg. Aber mit einem lustlosen Marcelinho, dem man bei jeder Aktion anmerkt, dass er am liebsten sofort den Verein wechseln würde, wird das nichts. Mittelfeldplatz am Ende, vielleicht (hoffentlich) noch weniger.

VfL Bochum
Ich mache mir große Sorgen um den VfL. Vor der Saison wurde viel investiert. Aber nur in der Breite, nicht in der Spitze. Mit Regionalligatalenten und Franzosen aus den Niederrungen der italienischen Liga kann man einen Top-Scorer wie Theofanis Gekas einfach nicht ersetzen. Jetzt, nachdem Tommy Bechmann wieder auf Normalniveau spielt, kriselt es. Oder spielt Bochum jetzt genau das, was es imstande ist, zu leisten? Es wird schwer für den VfL.

FC Hansa Rostock
Fünf Klatschen zu Beginn. Aber trotzdem ist die Hansa-Kogge noch nicht gesunken (sorry für das doofe Zitat aus allen schlechten Sportsendungen). Nach drei Siegen in Folge ist nun auch Rostock als Team Nr. 18 in der Bundesliga angekommen. Es wird aber so nicht weitergehen. Es geht nur gegen den Abstieg für den Ostverein. Aber da mit Stefan Wächter ein Herner dort spielt, den ich in meiner Jugendzeit das ein oder andere Mal auf Abiparties oder anderen Feiern in der Partyhalle von Getränke Schön auf der Juliastraße getroffen habe, wünsche ich ihm mal den Klassenerhalt. Regionaler Zusammenhalt sozusagen. Dass Frank Pagelsdorf allerdings nach Siegen immer noch anfängt zu flennen, ist langsam nur noch lächerlich.

Borussia Dortmund
Kein Team zeigte bisher so viele Gesichter wie der BVB. Da wird Werder Bremen beeindruckend 3:0 besiegt. Da wird beim 2:3 in Berlin mittelmäßig gekickt, bis zum absoluten Super-GAU gegen den HSV, als die komplette Mannschaft völlig neben sich stand und eher auf Bezirksliganiveau spielte. Wiederholung gegen Karlsruhe vier Tage später. In der momentanen Verfassung hat der BVB gar nichts in der Bundesliga zu suchen. Es liegt aber nicht an der fehlenden Qualität des Kaders. Für den Klassenerhalt und einen gesicherten Mittelfeldplatz müsste es eigentlich locker reichen. Die miserablen Leistungen sind eher psychischer Natur. Ob diese abgestellt werden kann, wird das kommende Spiel gegen den ebenfalls schwächelnden VfL Bochum zeigen.

MSV Duisburg
Beeindruckend mit einem Sieg beim BVB gestartet, befindet sich der MSV jetzt genau da wieder, wo ihn jeder erwartete: Auf einem Abstiegsplatz. Sie müssten es aber schaffen, sich zumindest Platz 15 in der Endabrechnung zu sichern. Denn der Uru Caceres spielt einen guten Part in der Abwehr und mit Ishiaku haben die Duisburger einen richtig guten Spieler in ihren Reihen. Die Mannschaft ist in der Breite auch durchschnittlich gut besetzt. Wenn sie die Spiele, die sie gewinnen müssen, auch gewinnen, sehen wir den MSV noch länger in der Bundesliga.

1.FC Nürnberg
Das Stuttgart-Problem: Als DFB-Pokalsieger und 5. der letzten Saison wähnte sich so mancher FCN-Fan und wohl auch so mancher Vereinsoberer in der Spitzengruppe der Liga. Aber das Team von Hans Meyer kickte eine Saison lang am oberen Limit. Das klappt nicht ein zweites Mal. So langsam müssen sie zusehen, dass sie Spiele gewinnen. Ein Kopfproblem. Das Team ist aber insgesamt gut besetzt, ein Mittelfeldplatz ist drin. Vor allem wegen der unübertroffenen Interviews mit Hans Meyer muss der FCN erstklassig bleiben.

Energie Cottbus
So, ihr Cottbusser. Ihr hattet jetzt genug Spaß in der 1. Liga. So langsam wird es Zeit, sich zu verabschieden. Und so wird es auch geschehen. Punkt.

Über den Autor: Vollspann!

Optimistischer Pessimist und Schöngeist aus dem Ruhrgebiet (Herne). Als hochtalentierter Passivsportler und Dauergast beim BVB kennt er Höhen und Tiefen des Fußballsports.