Der Ball rollt (wieder, 1.Spieltag)

Der Ball rollt …Der erste Spieltag ist kaum verdaut, da schreien die Ereignisse des Wochenendes schon nach Aufarbeitung. Welche Erkenntnisse über den Satus Quo in Fußballdeutschland nehmen wir vom 1. Spieltag der Saison 2007/2008 mit? Bayern ist Meister, Aufsteiger sind keine “Kleinen” mehr. Egal ob Tradition oder Retorte, manch hochgewetteter Bundesligist tut sich schwer und mit dem Spielplangestalter der DFL bleibt noch ein Wörtchen zu reden. Der 1. Spieltag – ein Rückblick!

Traditionell verbringt man den Sonntagmorgen mit “Stammtisch” und “Bundeliga Pur”. “Ein Wort” (Horst Hrubesch) beherrscht die Kommentare der Experten und professionellen Berichterstatter: FC Bayern! Man überschlägt sich geradezu angesichts des ersten Spiels der 100 Millionen Truppe von Uli Hoeneß. Stets müssen neue Superlative bemüht werden und manch ein Kommentator möchte lieber heute als morgen den Bayern zur Meisterschaft gratulieren.

Was dabei leichtfertig vergessen wird: die Bayrn spielten vor heimischem Publikum gegen einen Aufsteiger, der angesichts der Millionenkicker auf Seiten der Bayern brav in Ehrfurcht erstarrte. Dabei haben die Bayern einfach nur 3:0 gewonnen, standesgemäß möchte man meinen, aber Stoff für Legenden bietet das noch lange nicht. Mögen es viele Kommentatoren auch eher als gefühltes 8:0 verkaufen, dieser Sieg der Bayern war Pflicht. Nicht mehr und nicht weniger.

Zumal Stuttgart und Schalke offensichtlich in der Sommerpause nicht geschlafen haben und sich durchaus ansehnlich durch die Saisoneröffnung kickten. Für beide Mannschaten ein ganz anderes Kaliber als Rostock für die Bayern. Dank der passenden Spielplangestaltung grüßen die einen jetzt von der Tabellenspitze, während sich die anderen mit Bochum und Bremen im Mittelfeld der Liga ballen.

Überraschend stark präsentierten sich die anderen Aufsteiger. Auswärtssiege für Karlsruhe und Duisburg, wobei Karlsruhe geradezu erschreckend “kaltschnäuzig” (diverse Kommentatoren) und “abgeklärt” (diverse Kommentatoren) “den Dreier” (diverse Kommentatoren) einfuhr.

Alles beim Alten hingegen in Dortmund und Wolfsburg, man sieht sich die Tabelle zunächst einmal von unten an. Naja, sollte Dortmund das Derby gewinnen sind die Fans eh versöhnt. Der Abstieg dürfte trotzdem nicht drohen, selbst mit Thomas Doll nicht.

Der Rest lieferte mehr oder weniger Standard ab. Frankfurt gefällt sich weiterhin als Chancentod und darf froh sein, auf einen absolut desolaten Gegner getroffen zu sein. Allzu lange dürfte die Berliner Presse Dieter Hoeneß und seinen jetzt schon resigniert wirkenden Trainer nicht mehr schützen.

Ansonsten erfreut sich die Bundesliga daran, nach vorne zu spielen, selbst Ottmar Hitzfeld scheint das erkannt zu haben. Eine löbliche Entwicklung, wobei man momentan den Eindruck gewinnen könnte, die Massen, die sich jedes Wochenende ins Stadion quälen, würden auch übelstes Ballgeschiebe mit ungebrochener Euphorie quittieren. Schwamm drüber und die besten Glückwünsche an den FC Bayern München zur gewonnenen Meisterschaft!

Über den Autor: Esleben

Verrät als Freiburg-Fan Heimat wie auch Elternhaus und trinkt ansonsten ausschließlich Veuve Clicquot. Wer wohnt schon in Düsseldorf? Mehr über Esleben unter Google+