Never Mind The Winterpause

NeuschneeJa, ich weiß! Am Wochenende hatte Manfred “Manni” Breuckmann seinen letzten Arbeitstag beimWDR. Und ja, es hat schon im Vorfeld die ersten Stimmen gegeben, die damit den endgültigen Niedergang des Mediums Radio verbinden. Wie vorhersehbar! Genauso vorhersehbar wie die Rückrunde der Bundesliga. Wer also wissen will wer Deutscher Meister wird, was SAP und Franck Ribery miteinander zu tun haben und wieso Rob Friend die “Lovers Lane” übernimmt, sollte weiterlesen. Alle anderen können weiter der “Stimme des Westens” hinterher trauern (Btw: Wer rettet uns eigentlich endlich vor der “Sirene des Westens“?)!

Die Rückrunde, wie sie sein wird (in tabellarischer Reihenfolge)

1. Hoffenheim: Didi Hopp und Ralle Rangnick setzen in der Winterpause auf die Bayerntaktik und investieren mehrere 100 Millionen in neue Spieler. Lapidarer Kommentar Hopps: “Ein Nummernkonto weniger”. Lapidarer Kommentar Rangnicks: “Besser die Spieler sitzen bei uns auf der Tribüne und üben die ballorietierte Gegnerdeckung.” Lapidares Endergebnis: Hoffenheim gewinnt in der Rückrunde alle Spiele, Ibisevic wird mit sechzig Toren Torschützenkönig und von Gerd Müller (“Das ich so etwas noch erleben darf!”) vom Fleck weg adoptiert.

2. Bayern München: Nach dem Abgang von Frank Ribery zu Hoffenheim (U. Hoeneß: “Der Hopp hat uns angedroht, den Support für SAP-Software zu stoppen”) spielen die Bayern unterirdischen Fußball und landen folgerichtig auf einem enttäuschenden zweiten Platz. Jürgen Klinsmann: “Mir ist klar, dass der Vorstand jetzt reagieren muss.” Franz Beckenbauer als Verein reagiert und überträgt Klinsmann bis auf weiteres den Fanartikelverkauf. Gerd Müller ist außer sich, lässt aber verlauten, dass ihn über seinen Adoptivsohn Ibisevic ein traumhaftes Jobangebot in Hoffenheim erwarten würde.

3. Hertha BSC: Nach dem Transfer von Pantelic nach Hoffenheim, wo der Serbe seitdem seine Zeit auf der Tribüne verbringt und zufriedener wirkt als er es in Berlin je war, trifft die “alte Dame” (unter Garantie Steffen Simon) das Tor nicht mehr. Dank der Weltklasseabwehr um Simunic und Friedrich schafft es die Hertha aber alle 17 Rückrundenspiele mit 0:0 zu beenden. Die Boulevardpresse frohlockt, Favre wird zum Remiskönig der Hauptstadt gekrönt und die Statisktiker des DSF rechnen schon einmal hoch, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieS ein Rekord für die Ewigkeit bleibt.

4. HSV: Dietmar Beiersdorfer freut sich, dank der großzügigen Überweisung für Olic aus Hoffenheim (Stichwort: Tribüne) kann van der Vaart zurück an “die Elbe gelotst” (alle Sportreporter) werden und dem ansonsten behäbigen Spiel des HSV wieder Glanz verleihen. Nur Trochowski scheint mit der Entwicklung unzufrieden und schießt fortan wieder mehrere Meter neben das Tor. Und nicht nur knapp.

5. Leverkusen: Der Abgang von Helmes auf die Tribüne in Sinsheim wiegt schwer, doch Labbadia wechselt sich in der Rückrunde einfach selbst ein, sorgt für die Eingemeindung von Leverkusen in Düsseldorf und die reibungslose Umfirmierung in Fortuna Düsseldorf. Die Landeshauptstadt frohlockt, Campino bricht sich vor lauter Freude beide Beine, nur Headbutt Meier schaut etwas bedröppelt aus der Wäsche. Ist er doch jetzt auf einmal das, was er schon immer war: der Trainer eines Drittligisten.

6. BVB: So langsam fangen die Spieler an zu murren, dass Kloppo immer in so einem feschen Japaner zum Training kommt und verweigern ihm zusehends die Gefolgschaft. Zudem ziehen es Frei und Hajnal vor im Millionenblock im Sinsheimer Stadion der TSG Hoffenheim Platz zu nehmen. So muss Zidane permanent spielen und freistehend “tausendprozentige Chancen” (Irgendsoein DSF-Affe) vergeben. Das bringt ihm mehr als nur einmal Ärger mit “Rambo” Weidenfeller ein, der seinen Platz aber an den reaktivierten Klos verliert. Daraufhin will irgendjemand Feiersinger am Trainingsgelände gesichtet haben.

7. Schalke: Fred Rutten entlässt nacheinander Vorstand, Aufsichtsrat, Manager und Hauptsponsor, verkauft das komplette defensive Mittelfeld und spielt nur noch mit Abwehrspielern und Stürmern. Marcelo Bordon verlässt den Verein, um sich in den USA als Hulk Hogan-Double durchzuschlagen, Rafinha geht als Pinocchio nach Hollywood und Gerald Asamoah zählt weiterhin die Grashalme in der Arena “Auf Schalke”. Trotzdem: das große Pfeifkonzert der Schlake-Fans bleibt am Ende der Saison aus, dafür spendiert Ex-Vorstand Toennies einen Konvoi voll Hack.

8. Werder: Da hilft alles anbieten nicht, was Werder anbietet reicht vorne und hinten nicht. Auch nicht, wenns mal mehr ist. Diego verlässt sowieso den Verein und stürmt fortan die Charts. Gemeinsam mit Sarah Connor werden sie zu Albano und Romina Power für die Nuller-Jahre und holen endlich den Grand-Prix d´Eurovision nach Deutschland. Nicole weint hemmungslos, und Tim Wiese findet ein neues Glück als Nacktmodell für Playgirl. Für ihn kehrt Pascal Borel zurück ins Gehäuse und macht aus der drittschlechtesten Abwehr der Liga die allerschlechteste.

9. Wolfsburg: “Erster alles” Magath holt 60 neue Spieler in der Winterpause und lässt nur noch zehn gegen zehn üben. Sonst bleibt alles wie immer in Wolfsburg: Das Stadion halbleer, die Erwartungen groß, das Ergebnis medioker. Einziger Lichtblick: Der VFL Wolfsburg kauft VW auf und zeigt sich als großzügiger Hauptsponsor des maroden Autokonzerns und liderlichen Betriebsportvereins, der um seine Existenz kämpfen muss.

10. Stuttgart: Mit dem Wechsel von Jens Lehmann nach Hoffenheim beschließt Babbel! Babbel! Babbel! ohne Torwart zu spielen. Dafür wird Horst Heldt reaktiviert, der im Mittelfeld “Regie führt”, “die Fäden zieht” und “den Rhythmus bestimmt”. Trotz 20 Hütten von Mario Gomez, der vergeblich auf ein Angebot aus Hoffenheim wartet, steht am Ende Platz zehn.

11. Köln: Daum wird zum Schutzheiligen der Stadt ernannt und kann seinen Job auf der Trainerbank nicht mehr länger wahrnehmen. Novakovic geht nach Hoffenheim und setzt sich bereitwillig auf die Tribüne. Das Rhein-Energie-Stadion wird in Schäng-Löring-Kampfbahn umbenannt und Stefan Engels sowie Paul Steiner gehen als Waldorf und Stadler der Trainerzunft in die Geschichte ein.

12. Eintracht: Funkel läuft zu großer Form auf und bezeichnet sein Team nach acht Auswärtniederlagen in Folge mit einem Torverhältnis von 0:111 als stärkstes Team der Welt, das auswärst unschlagbar sei. Bekommt daraufhin Claus-Theo Gärtners Job beim “Fall für Zwei” angeboten und gewinnt völlig verdient den Grimmepreis.

13. Hannover: Auf Hecking folgt Schatzschneider, der sogar “Acker” für das Team gewinnen kann, der mit Hanke gemeinsam das langsamste Sturmduo der Welt bildet. Deshalb setzt sich Martin Kind erfolgreich für die Abschaffung der Abseitsregel für die “Roten” ein. Es läuft besser für das Team um Chefmotivator Hanno Balitsch, der zugleich auch Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wird und Jogi Löw mit den Worten “Du Wichser, hast hier nichts mehr zu suchen!” entlässt.

14. Bielefeld: Bielefeld gelingt beinahe der Beweis der eigenen Existenz, doch dann wechselt Wichniarek auf die Tribüne nach Hoffenheim und die ganzen Bemühungen sind vergebens.

15. Karlsruhe: Ede Becker wird zum Panzerknacker ehrenhalber ernannt und schlägt eine Karriere als Safeknacker ein. Winnie Schäfer führt das um zehn Kameruner, darunter Rigobert Song, verstärkte Team zurück auf Platz 15 der Tabelle. Die ganze Region ist happy, zumal man als einziges Team keinen Spieler an Hoffenheim abgeben musste.

16. Cottbus: Aufopferungsvoll kämpfen die Cottbuser bis zuletzt und erreichen verdientermaßen die Relegation. Dort müssen sie allerdings gegen das Hoffenheimer Farmteam 1.FC Kaiserslautern antreten, bei denen inzwischen die halbe spanische Liga kickt. Nach zwei desaströsen 10:0 Niederlagen tritt Cottbus den harten Weg in die Zweitklassigkeit an und die Bundesliga ist endlich Ostlos. Leider muss sie dafür mit dem Makel leben, dass Lautern und damit “die ganze Region” zurück in Liga eins ist. Erleichterung macht sich breit als Rangnick erklärt, alle Spieler des 1.FCK wieder nach Hause zu schicken.

17. Bochum: Jämmerlich und ohne Gegenwehr steigt Bochum ab. Wird zur Strafe vom DFB mit einem Zweitligaverbleib von sechs Jahren belegt. Fusioniert mit der SG Wattenscheid und spielt in der Oberliga weiter.

18. Gladbach: Hans Meyer bekommt ein Denkmal  als schlechtester Borussia-Trainer aller Zeiten und zudem die “Medaille wider dem tierischen Ernst” verliehen. Verschluckt sich darufhin an seinem eigenen Zynismus und verstummt. Widmet sich in Herford der Rosenzucht. Borussia Gladbach löst sich spontan auf, Rob Friend übernimmt die Leitung der Discothek “Lovers Lane”. Erste Amtshandlung: Hausverbot für Delle und Netzer.