Es derbyt wieder!

Frisch erholt aus der Sommerpause melden wir uns zurück. Ganz Erfolgsfan-like haben wir hier die ersten Spieltage der zweiten Liga ebenso ignoriert, wie den Auftakt im Amaterusport. Heiß auf die neue Saison sind wir natürlich trotzdem „wie Frittenfett“ (Don), schließlich spielen so viele unserer Lieblingsteams in der Bundesliga, wie derzeit realistisch möglich erscheint (Come on, wer glaubt ernsthaft daran, dass der VfL Bochum oder gar der SSV Reutlingen Fußball noch einmal in die erste Liga aufsteigen könnten?). Das sind hitzige Nachbarschaftsduelle natürlich vorprogrammiert und die ersten Auswärtsfahrten bereits geplant. Doch davor hat der Fußballgott den ersten Spieltag gesetzt:

Fr, 19:30 Uhr

SSV Reutlingen Fußball – TSV Grunbach 2:1

Haben wir da etwa geschlafen? Oder weshalb spricht der Kicker, unser Leib- und Magenmagazin, plötzlich penetrant vom SSV Reutlingen Fußball? Der Sport- und Schwimmverein hat schließlich noch mehr zu bieten als nur Fußball, Sport und Schwimmen zum Beispiel. Im Fußball läuft es „heuer“ (Waldemar „beleidigte Leberwurst“ Hartmann) wie immer: unrund. Die ersten beiden Spiele wurden verloren, die großartige Fanseite SSV-News ist vom Netz, weil der Verein sich wenig sensibel zeigte: „Muss man sich wirklich die Frage von Vereinsmitarbeitern, was SSV-News für den Verein noch Gutes tut, gefallen lassen, nachdem jeder von uns sich jahrelang für den Verein aufgeopfert hat?“, fragt Kollege Jonas berechtigterweise, während der Kompass an der Kreuzeiche nur noch eine Richtung kennt: Abwärts. Das Stadion muss man inzwischen schon für Pokalauftritte der Konkurrenz aus Nöttingen vermieten, um selbst mal wieder im DFB-Pokal spielen zu können, wird es auch 2013 nicht reichen. Man zog es vor im Elfmeterschießen gegen einen unterklassigen Gegner so gut wie jeden Elfer zu vergeigen. Es ist ein Elend…
UPDATE: Never trust the Kicker, der lebt nämlich in der Vergangenheit , die für ihn aber nach wie vor Zukunft ist. Deshalb hat der SSV reutlingen Fußball gestern auch nicht gegen Bissingen, sondern gegen Grunbach gespielt. Den Sieg müsste jetzt nur noch jemand dem Kicker melden…

Fr, 20:30 Uhr

Borussia Dortmund – SV Werder Bremen – Das Saisoneröffnungsderby

Die große Eröffnungsparty der 50. Bundesligasaison. Letzte Saison staunte man mit offenem Mund über die Dortmunder, während die Leistung der anderen hanseatischen Bundesligamannschaft im ersten Spiel schon ein Fingerzeig für das war, was für den „Bundesliga-Dino“ (G.Delling) folgen sollte. Dieses mal werden Klopp und Co. also Bremen wiegen und vermutlich für zu leicht befinden, kennt man bei Bremen mehr als Zwei-Drittel des Kaders ohne Studium der „Bibel“ nicht mehr beim Namen. Thomas Schaafs süß-saure Miene dürfte jedenfalls so schnell nicht aus seinem Gesicht weichen. Im Zweifelsfall sollte er seinen Spielern vielleicht einmal das gleiche Training angedeihen lassen, mit dem er auch schon den Zeigler fit bekommen hat.

Sa, 15:30 Uhr

SC Freiburg – FSV Mainz – Das Streich-Tuchel-Derby

Zwei Wahnsinnige auf den Trainerbänke. Hier der sympathische auf dem Platz-Dehner Streich, der – natürlich, wir sind ja schließlich in Freiburg – Selbstgedrehte raucht, dort der mehrfache Bullshit-Bingo-Meister Tuchel, der ohne Matchplan nicht einmal vor den Spiegel tritt. Eigentlich reicht meine Missbilligung für Mainz nicht weiter als vom Schreibtisch bis zur Treppe, seit Tuchel dort aber das Zepter führt, wünsche ich dem Team den Durchmarsch – in den unbezahlten Fußball…

Sa, 18:30 Uhr

Eintracht Frankfurt – Bayer Leverkusen – Das Endlich Wieder Da Derby

Das Testspiel gegen Valencia brachte nur bedingt neue Erkenntnisse und das gloriose Ausscheiden im Pokal wurde zum Lacher. Nein, nicht weil die Eintracht 0:3 untergegangen ist, sondern mit Nikolov und Köhler wieder einmal die eigentlich für zu schlecht befundenen Dauerbrenner in der ersten Mannschaft standen. Der übliche Fatalismus Frankfurter Schule brach deswegen schon wieder durch, Goldschuhe aus ist im Urlaub also derzeit damit beschäftigt, so viel zu trinken, dass er sich nicht mehr daran erinnern kann, Nikolov oder Köhler jemals gesehen zu haben.

So, 13:30 Uhr

VfL Bochum – VfR Aalen: Das „kleines F“-Derby

Oh VfL, wo bist du hingekommen? Musst jetzt schon vor traurigster Kulisse den VfR Aalen empfangen und wärst wahrscheinlich froh, wenn du nächste Saison eine weitere Runde in der zweiten Liga drehen dürftest. Dazu müssen Aufsteiger von der Ostalb allerdings geschlagen werden. Kleiner Tipp fürs Rückspiel: Fragt mal bei Guru nach, wie man ins Aalener Stadion kommt, nicht dass am Ende der Mannschaftsbus vor dem Wersestadion parkt. Soll ja durchaus schon vorgekommen sein.

So, 17:30 Uhr

Hannover 96 – FC Schalke 04 – Das Gerald Asamoah Derby

Richtig, derzeit spielt Asamoah für keinen der beiden Vereine. Aber: In Hannover wurde er „entdeckt“, von dort wechselte er zum FC Schalke und schaffte es bis in die Nationalmannschaft. Statt Asamoah spielt bei Schalke jetzt eine kapriziöse Mimose namens Farfan, der die Leidensfähigkeit von „Raucher des Jahres“ Horrst Heldt in jeder Sommer- oder Winterpause auf die Probe stellt. Senoir Raul hat die Gelsenkirchener Schlake (Wortwitz!) auch gegen Wüstensand eingetauscht, so kicken in blau-weiß eigentlich nur noch brav-biedere Fußballarbeiter und Frisurenmodel Lewis Holtby. Das mag sich doch kein Mensch anschauen…

Foto: Eamon Curry/flickr.com

Über den Autor: esleben

Verrät als Freiburg-Fan Heimat wie auch Elternhaus und trinkt ansonsten ausschließlich Veuve Clicquot. Wer wohnt schon in Düsseldorf? Mehr über Esleben auf Google+

Derby? Leider geil!

Und heute schön vor der Champions League und Europa League-Auslosung abgehangen? Aber mal ehrlich, wen interessieren Spiele zwischen dem AC Milan (Berlusconi) und Barcelona, zwischen Alkmaar und Valencia, wenn man jede Woche ein Top-Angebot an rasigen Derbys vorgesetzt bekommt? Echte Leckerbissen winken an einem Wochenende, an dem die Sonne so schön scheint, dass man eigentlich nichts besseres tun kann, als zu grillen und WDR2 zu hören. Außer ins Stadion gehen.

Fr, 18:00 Uhr

Eintracht Frankfurt – Dynamo Dresden (Das Bestrafte-Derby) 3:0

Dynamo Dresden verkauft für das Geisterspiel gegen Ingolstadt mehr Tickets als das „Glücksgas“ (Hallo, geht’s noch?)-Stadion Plätze fasst, Frankfurt bekommt zeitgleich mal wieder eine Strafe aufgebrummt und dann ist da ja noch die „Bomben auf Dresden“-Geschichte aus dem Hinspiel. Sportlich dürfte sich Frankfurt jedenfalls keine Blöße geben, auch wenn der Deathhammer diese Woche wohl Zuhause bleiben muss.

Sa, 15:00 Uhr

FV Illertissen – SSV Reutlingen (Das Württemberg-Derby) 4:0

Überragender Rückrundenstart für den SSV Reutlingen: Erstes Spiel ausgefallen, zweites Spiel Zuhause verloren, jetzt nach Illertissen. Dort hat man durchaus noch „Tuchfühlung“ zu den Aufstiegsplätzen, der im Falle des vom DFB so überragend organisierten Amateurfußballs nur ein Aufstiegsplatz ist. Nur gut, dass Reutlingen damit nichts mehr zu tun hat.

Sa, 15:30 Uhr

BVB – Werder Bremen (Das Trainingsanzugträger-Derby) 1:0

Warum sind Jürgen Klopp und Thomas Schaaf sympathischer als z.B. Fink und Labbadia zusammen? Nein, nicht das fehlenden „Bayern-Gen“! Weil sie, wie es sich für einen „Übungsleiter“ gehört, im Trainingsanzug am Spielfeld stehen. Was Kloppo seine „Pöhler“-Mütze, ist Schaaf sein ewiger Werder-Kapuzenpulli in den Modefarben Kackbraun oder Fitnessstudio-Grau. Wie wichtig derartiges Auftreten ist, haben bei der Europa League-Auslosung übrigens die Vertreter von Kharkiv bewiesen.

HSV – SC Freiburg (Das Nord-Süd-Derby) 1:3

Das traditionsreiche Nord-Süd-Derby zwischen Hamburg, dem „taumelnden Bundesliga-Dino“, und Freiburg geht in eine neue Runde. Streich wird wie immer die Brutalität der Bundesliga beklagen, egal ob drei Punkte geholt werden oder mal wieder ein schönes 0:0 abgeklemmt wird. Eine Niederlage in Hamburg sollte derzeit allerdings die sofortige Demission aller Verantwortlichen bei Freiburg nach sich ziehen, oder SchlimmeresBrutaleres…

So, 13:30 Uhr

MSV Duisburg – VfL Bochum (Das Enttäuschende Ex-Erstligisten-Derby) 2:1

Duisburg gegen Bochum, eine Party, die zumindest echten Lokalkolorit versprüht. Ein schönes Stadion mit leider beknacktem Namen, wahrscheinlich gutes Wetter und trotzdem dürften etliche Plätze frei bleiben. Zu enttäuschend ist das, was beide Mannschaften diese Saison „anbieten“ (T. Schaaf). Der Verlierer darf sich wenigstens die Bezeichnung „Grauste aller Mäuse“ ans Revers heften.

So, 15:30 Uhr

FCK – S04 (Das Marco Kurz-Derby) 1:4

Drei Jahre lang hat der gebürtige Schwabe Marco Kurz für Schalke gekickt, und in dieser Zeit tatsächlich den UEFA-Cup gewonnen. Wenigstens kann sein Team heute kostenlosen Anschauungsunterricht im Toreschießen nehmen, Huntelaar hat in dieser Saison in der Bundesliga mehr Hütten gemacht als alle Kaiserslauterer zusammen. ALLE. ZUSAMMEN!

Foto: Thomas Fisher Rare Book Library/flickr.com

Über den Autor: esleben

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Der erfolglose Michael

Michael Oenning hat zwei Probleme: Seine Frisur und seine beinahe unfassbare Erfolglosigkeit als Bundesligatrainer. Der passionierte Klavierspieler ist nach nur zwei Trainerstationen so etwas wie das Tasmania Berlin unter den Trainern, wie ein Blick auf die nackten Zahlen beweisen kann.

Der traurige Michael Oenning darf zukünftig nicht mehr in Hamburg so traurig aus der Wäsche schauen, dass ihn Thomas Schaaf väterlich in den Arm nehmen muss. Trotz anderweitiger Beteuerungen trennte sich die Vereinsführung von Sympath Oenning. Argumente, die für seine Weiterbeschäftigung sprechen würden, konnte er einfach nicht liefern. Konnte er übrigens noch nie, wenn man sich die Mühe macht und Oennings Punkteausbeute in der Bundesliga mal „Paroli laufen lässt“, wie ein großer HSV-Spieler zu sagen pflegt.

Nach dem erfolgreichen Bundesligaaufstieg mit dem Club saß Oenning 17 Spiele lang auf der Trainerbank des 1. FCN. Zwölf Punkte und drei Siege sprangen in dieser Zeit heraus, zu wenig, um Oenning länger als Trainer in der „Noris“ (G.Koch) halten zu können. Nächste Chance Hamburg. Am 14.03 übernahm Oenning dort vom amtsmüden Armin Veh, der sich mittlerweile in Frankfurt als „Mehr Verstärkungen“-Veh einen Namen gemacht hat. Acht Spiele, acht Punkte lautete seine Bilanz bis zur Sommerpause, seitdem ist ein einziger Punkt dazu gekommen. Insgesamt gelang dem HSV unter Oenning ein einziger Sieg. Ein Sieg in saisonübergreifend 14 Spielen. Kein Wunder, dass Oenning ständig aus traurigen Augen in die Welt blickt!

Vielleicht sollte sich Oenning in Zukunft doch mehr auf seine Karriere im Fernsehen konzentrieren, Marcel Reif könnte mal wieder kompetente Unterstützung gebrauchen. Schade nur, dass Herzblatt nicht mehr läuft…

Bild: Franconia/wikipedia.org

Über den Autor: esleben

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Quelle: Wikipedia

Schleifer Schaaf

Thomas Schaaf steht für unterschiedliche Dinge:  Zum Beispiel für absolute Vereinstreue, ist er doch seit 1972 bei Werder Bremen tätig. Zunächst als Spieler und jetzt schon seit 23 Jahren als Trainer (Bevor jetzt wieder irgendjemand schreit: Ich beziehe hier auch seine Zeit als Jugendtrainer mit ein). In jedem Fall steht Thomas Schaaf für schönen und spektakulären Fußball – verbunden mit einer handfesten Abwehrschwäche. Das allerdings nur als Trainer. Der bekennende Schnauzbartträger ist zudem dafür bekannt, etwas wortkarg zu sein. Er gilt als dröge und sperrig.

Wer aber in den vergangenen Jahren genauer hingeschaut oder auch hingehört hat, wird festgestellt haben, dass Schaaf im Interview gar nicht selten für  „den einen oder anderen“ (J. Wontorra) trocken-lustigen Spruch zu haben ist. Oft fällt das nicht so richtig auf, sicher ist aber, dass dem Bremer Trainer in der öffentlichen Wahrnehmung zu unrecht der Ruf eines humorbefreiten Menschen anhaftet. Ein weiteres Zeugnis seines Humors hat Thomas Schaaf bei Arnd Zeigler abgelegt, dem er auf dessen eigenen Wunsch ein kleines Privattraining angedeihen ließ. Selbstverständlich inklusive: Massig motivierende Kommentare des besten, angeblich so wortkargen Drill Instructors der Welt. Absolut großartig! Ich sag nur: „Schlappes Gestell!“ Und nun Film ab!

Über den Autor: Guru von der Kreuzeiche

Leidensbereiter sowie leiderprobter SSV-Reutlingen-Fan und Unsympath. Empfindet die Bezeichnung “Unglaublicher Demagoge” als Kompliment. Trinkt was Schnäpse angeht nur klar.

Mario Basler, Trainergott

„Super-Mario“ war früher in erster Linie für direkt verwandelte Ecken, Zigaretten und Weißbierkonsum bekannt. Dies hat sich inzwischen jedoch gewandelt und der Trainergott feiert unermessliche Erfolge. Seine bisherige Vita liest sich jedenfalls beeindruckend (Regensburg, Koblenz, Trier, Burghausen) und so scheint es nur folgerichtig, dass Baslers unaufhaltsamer Aufstieg auch Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen weckt. Denkbar wäre ja zum Beispiel eine Funktion als „Co“ unter dem neuen Cheftrainer Lothar Matthäus bei 1860 München.

Dem hat der Geschäftsführer der Wacker, Florian Hahn, allerdings direkt einen Riegel vorgeschoben und den Kontrakt mit Basler vorzeitig bis für immer 2012 verlängert. Das dazugehörige Zitat lasse ich einfach mal unkommentiert…

„Er ist eine Mischung aus Jürgen Klopp und Thomas Schaaf“

via…

Bildquelle

Über den Autor: schneider3

Mildernde Umstände aufgrund familiärer Vorschädigung durch zwei dominante Brüder. Normalerweise erlebt das Weißbier bei ihm das Mittagsläuten nicht. Kaiserslautern-Fan. Weiß der Teufel, warum.