Ärgernis, Zumutung, negativer Aspekt…

…egal, welche Umschreibung man wählt, es kommt immer aufs Gleiche raus: Steffen Simon ist ein unendlich schlechter Fußballkommentator. In meinen Augen sogar der schlechteste Fußballkommentator der Welt und aller Zeiten.

Donnerstagabend habe ich mich durchaus mit Vorfreude vor unser TV-Empfangsgerät gesetzt, um Deutschland gegen Bosnien-Herzegowina zu schauen. Letzter Test vor der WM, attraktiver Gegner, es war also „angerichtet“ (kicker). Bis mir plötzlich auf 104 Zoll das Gesicht von Steffen „ich kommentiere jedes Spiel so, als wäre es die Verlängerung eines WM-Finales“ Simon einschließlich „Mongo-Frisur“ on top in HD entgegenstrahlte. Die Vorfreude schlug um in eine Mischung aus panischer Angst und unmenschlicher Aggression. Nicht schon wieder wollte ich mir ein Fußballspiel durch ununterbrochenes, über-emotionalisiertes Gelalle kaputtreden lassen! Tatsächlich hielt ich es ab der 60. Minute kaum noch aus und fingerte unter Schmerzen immer wieder an der Fernbedienung rum, Erleichterung in der Betätigung des „Ton aus“-Knopfes suchend. Fußball komplett ohne Geräusche ist allerdings auch kein tragbarer Zustand, weswegen ich gegen Ende dann doch wieder, von Krämpfen geschüttelt, den Ton einschaltete.

Ich kenne Viele, die mir zustimmen werden, wenn ich sage, dass die Situation hinsichtlich der Kommentierung von Fußballspielen im deutschen Fernsehen mit „desolat“ noch geradezu euphemistisch beschrieben ist (sogar in Österreich ist die Situation besser!). Kann man einem Marcel Reif wenigstens noch einen gewissen Sachverstand attestieren, hat man bei den meisten seiner Kollegen das Gefühl, dass sich eben jener Sachverstand auf das Vorlesen von vom Praktikanten geschrieben Karteikarten beschränkt. Karteikarten voller wichtiger Statistiken, Key-Takeaways über die Mutter des dritten Ersatztorhüters und sonstigem Müll, der uns spätestens seit der Ran-Datenbank heimsucht. Nicht nur in und um die Stadien hat eine kaum noch zu ertragende Eventisierung des Sports stattgefunden, auch bei TV-Übertragungen herrscht inzwischen Rede- und Unterhaltungszwang. Trailer, bunte 3D-Grafiken, Waldis WM-Club: All diese Dinge scheinen allerdings tatsächlich von irgendjemandem nachgefragt zu werden.

Und da wundert es letztendlich nicht, dass eine Person wie Steffen Simon es inzwischen zum Sportchef des WDR geschafft hat. Der selbsterklärte „Fußballfuzzi“dreht immer durch, redet ununterbrochen und das immer mit einem Timbre in der Stimme, als wolle er sagen „Auf dem Platz kann jeden Moment das Allerunfassbarste aller Zeiten passieren!“. Zwischendurch wird oberlehrerhaft über den Unfug bosnischer, ähh „klein-serbischer“ (Simon), Fans räsoniert oder es werden haltlose Bewertungen wie „das Spiel hätte eigentlich 7:1 ausgehen müssen“ vorgenommen. Leider vergesse ich die meisten anschaulichen Beispiele immer sofort, um nicht ständig erbrechen zu müssen.

Ach, das Wesentliche wurde eigentlich schon von einem Kollegen drüben bei Spox gesagt…

Über den Autor: schneider3

Mildernde Umstände aufgrund familiärer Vorschädigung durch zwei dominante Brüder. Normalerweise erlebt das Weißbier bei ihm das Mittagsläuten nicht. Kaiserslautern-Fan. Weiß der Teufel, warum.

3 comments

  1. dobalina

    Sehr richtig! Das nervigste bei Simon ist seine Stimme; außerdem klingt einfach jeder Satz von ihm wie abgelesen, was bei einem Livespiel ja nicht sein können dürfte…

  2. Don

    Aus meiner Sicht tun sich da alle Mikrofon-Schwinger nicht allzu viel.

    Es wird grundsätzlich zu viel geredet, teilweise Unfug gelabert und keine Plattitüde ist zu gering, um sie nicht doch zu bringen.

    Am besten wäre es, es gäbe noch ne zweite Tonspur, wo nur die Stadion-Atmo zu hören ist.

    Gab es IMHO auch mal bei Premiere…

  3. Esleben

    So kann mans natürlich auch formulieren: Arnd Zeigler gegenüber Monarchie & Alltag auf die Frage, wer der beste Fernsehreporter bei Fußballübertragungen wäre:

    Steffen Simon. Er ist mein Chef, und diese Antwort könnte mir möglicherweise irgendwann mal nützen.