Schönspieler oder Zerstörer

Vor der letzten Wahl in NRW hätte vielleicht “der eine oder andere” (R. Völler) den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung kontaktieren sollen. Dann wäre uns die momentan Hängepartie vielleicht erspart geblieben. Für die Weltmeisterschaft braucht man so eine Entscheidungshilfe natürlich nicht; allen Widrigkeiten zum Trotz unterstützt man das niveagekremteste Team der Geschichte beim Vorrundenaus (Nur Schneider3 drückt England die Daumen, dass sie in ihrer Gruppe wenigstens einen Punkt holen). Was aber, wenn Deutschland nicht die Heimat aller milchgesichtigen Jasager ohen Kontur wäre? Was, wenn das Team des Jahrgangs 2010 Eier in der Hose hätte?

Was wäre, wenn Schweinsteiger und Co. das Kurzpassspiel wie Spanien beherrschen würden? Und vor dem Tor so kaltschnäuzig wie Didier Drogba? Kein Problem mit dem Team-O-Mat der NZZ.

Zehn Mal muss man an den Schiebereglern der Trainermacht spielen, um am Ende zu wissen, ob man die “deutschen Tugenden” (alle Fernsehexperten) wirklich verinnerlicht hat, oder vielleicht doch besser zu einem anderen Team hält. Zu Dänemark beispielsweise, deren Spiel scheint am ehesten mit dem Freiburger Schönspieler-Ethos zu korrespondieren. Torverweigerung inklusive, deshalb haben sie zur Sicherheit auch Jon Dahl Tomasson dabei. VFB-Fans wissen, wovon ich rede.