Mehr Demokratie wagen!

81 Millionen Menschen leben in Deutschland. Dem regen Interesse des weiblichen Teils der Bevölkerung an Fußball im Allgemeinen und der Nationalelf im Speziellen nach zu urteilen also potentiell 60 Millionen Bundestrainer. Im Vorfeld der WM in Südafrika lässt es sich unter ihnen besonders gut darüber streiten, ob Schweinsteiger endlich nach Bilelefeld wechseln muss, oder doch etwas im Nationalteam verloren hat. Um die schwellenden Diskussionen auf ein breiteres Fundament zu stellen und vor allem demokratisch zu legitimieren hat die Künstlerin Rigoletti die Website Wahll11 ins Leben gerufen.

Die Idee hinter Wahl11 ist simpel: Jeder kann anonym und so oft er möchte, die Nationalelf seiner Träume wählen. Zur Wahl stehen alle deutschen Fußballprofis mit einem Marktwert größer als zwei Millionen Euro und noch einige Jungstars, die man gerne im Dress mit dem Adler sehen würde. In eines von sechs, zur Auswahl stehenden Spielsystemen kann man seine Wunschspieler in bewährter Drag&Drop-Manier einpassen. Und dabei gleich mal alle Bundesschal-Günstlinge zu Hause lassen, deren einzige Qualifikation es ist, für einen Verein aus Baden-Württemberg anzutreten (Der SC Freiburg ist hiervon ausdrücklich ausgenommen).

Momentan kann man so höchst demokratisch die Elf für das Testspiel gegen Argentinien wählen. Die aktuelle Hochrechnung (in Form der meistgewählten Spieler, des bevorzugten Spielsystems und des am häufigsten getippten Ergebnisses) dürfte im Falle des Tests gegen die “Gauchos” (Heribert “Gud´n Abend allerseits” Faßbender) kaum vom Bundesjogi in die Tat umgesetzt werden. Und stellt die drängende Frage, wieso der Großteil der Abstimmenden auf Beck als rechten Aussenverteidiger setzt? Zieht die Baden-Württemberg-Connection auch hier ihre Fäden? Gut möglich, Rigoletti alias Marion Pfaus bezeichnet sich zwar als Berliner Künstlerin. wer sich aber von ihr die Funktion ihrer Website erklären lässt, merkt recht schnell, woher die Dame stammt: aus Bretten.

Wie auch immer, meine Wunschelf sieht so aus.