The Rockraketen

Jungs haben in der Regel zwei Träume: Entweder wollen sie Fußballprofi werden oder eben Rockstar. Oft auch beides. Da wir nun die fußballose Zeit schreiben, erlaube ich mir daher, den Fokus auf Traum Nummer zwei, den Rockstar, zu legen.

Ich kaufe wie verrückt. Die Tatsache, dass der Einzelhandel bisher keine Krisenanzeichen erkennen kann, liegt ausschließlich an mir. Ich folge dem amerikanischen Prinzip: Sparen sucks. Da mir die Playstation allein nicht reicht, schritt ich kurz nach Weihnachten wieder zur Tat: Infiziert durch meinen Schwager und sein “Guitar Hero” habe ich mir “Rockband” gekauft.

Eine Offenbarung. Natürlich mit dem gesamten Instrumente-Set. So kommt es, dass in unserer Wohnung nun Mikrofon, Playsi-(Fender-)Gitarre und vor allem Playsi-Schlagzeug stehen.

Und was soll ich sagen: Es macht einen Heidenspaß. Alleine oder mit gesamter Band kam man so gemeinschaftlich Klassiker der Rockmusik spielen – oder sie eben dilettantisch zerstören, bis das Publikum einen von der Bühne holt.

Die Setlist ist dabei für ein massenhaft vertriebenes Computerspiel außerordentlich gut. Standardmäßig stehen knapp 30 Songs zur Auswahl. Neben ein paar unbekannten Nachwuchsbands ist auch das Who-is-who der Musik vertreten. Metallica, Black Sabbath, Nirvana, die Stones, Weezer, Radiohead, Beastie Boys, Bon Jovi (!), Blue Öyster Cult (!!), Maiden (!!!), Faith no more oder die Foo Fighters, um nur einige zu nennen. Dazu kann man – wie das halt so ist, wenn jemand Geld verdienen möchte – unzählige weitere Songs kostenpflichtig zum Zocken runterladen. Auch ganze Alben von Nirvana, Foo Fighters oder AC/DC.

Das Spiel selbst ist ein Kracher, gerade im Karrieremodus mit gesamter Band. Es gibt unheimlich viele Schwierigkeitsvarianten, da es nicht nur vier allgemeine Stufen gibt, sondern auch jedes Lied völlig unterschiedlich schwer ist. So kann man vom Profi-Schlagzeuger bis zum Amateur problemlos gemeinsam rocken. Und für die Leserinnen: Ja, Ihr könnt Euren Charakter auch persönlich gestalten. Auftreten, Klamotten, Tattoos, Make-up und Instrumente

Lustig, aber von mir noch nicht getestet: Der Online-Modus, in dem man mit Personen auf der ganzen Welt gemeinsam rocken kann.

Mit diesem Spiel ist die Playstation für mich endgültig weggekommen vom nerdigen Zocker-Teil hin zum Werkzeug für gemeinschaftliche, alkoholgetränkte deLuxe-Abende. Fortsetzung folgt. Heute zu Silvester. Und zum erschöpften Ausklang steht jetzt schon die letzte Zugabe auf der Setlist. David Bowie. Heroes.