Zum Glück ist das Ende nah

Eintracht Frankfurt spielt eine Saison, die man durchaus als gelungen bezeichnen kann.

Dennoch kippt die Stimmung – Zu Recht!

Betrachtet man die Fakten, könnte es eine klassische Friede-Freude-Eierkuchen-Sasion sein. Platz 10, seit der Rückrunde im Prinzip keine Abstiegsgefahr mehr, wieder ein Fortschritt in der Entwicklung seit dem Aufstieg.

Doch die Stimmung kippt. Erstmals seit langem wurde die Mannschaft im Spiel gegen Wolfsburg vom überaus treuen Publikum gnadenlos ausgepfiffen. Denn was derzeit in Frankfurt passiert, kann man nur als fahrlässige Demontage einer positiven Stimmung ansehen.

Seit 6 Spielen ohne Sieg, dabei 5 Niederlagen. Eine Heimniederlage gegen Wolfsburg, die 76 Zuschauer mit ins Waldstadion brachten. Die aktuelle Situation stellt sich mehr und mehr desolat dar.

Es ist immer das Gleiche: Die These des “jetzt können wir befreit aufspielen” greift in Frankfurt nicht. Sowie der Druck weg ist, sind es auch die Punkte. Woran liegt das nun? Selbstgefällige KIcker? Mag sein.

Der Hauptgrund ist in meinen Augen aber vielmehr die fehlende Aktualisierung der Zielvorgaben. Man darf nicht vergessen: Vor wenigen Wochen war die Eintracht Sechster mit zumindest rechnerischer Tuchfühlung sogar zu Platz 3. So positiv die Zurückhaltung bei Heribert und Friedhelm auch grundsätzlich sein mag, in dieser Situation war sie schlichtweg falsch.

Anstatt zu sagen “Wir versuchen jetzt alles, um die Gunst der Stunde zu nutzen” gab es nur ein “Die Saison ist eh gut, nach vorne ist alles zementiert”. Das ist bedauerlich, denn dadurch hat man es verpasst, der Mannschaft ein sinnvolles neues Ziel zu nennen, das trotz der allgemeinen Zufriedenheit neue Motivation bewirkt hätte.

Ich will mich nicht falsch verstanden fühlen, es geht nicht darum, dem Größenwahn zu verfallen und von der Eintracht zu erwarten, auf den Plätzen 3-5 zu enden. Sicherlich nicht grundsätzlich. Aber wenn man durch die Schwäche und die Konstellation der Liga eine Chance hat, auf die internationalen Plätze zu kommen, dann muss man dieses Ziel gottverdammt nochmal auch erreichen wollen.

Alles andere ist Angsthasengehabe. Und genauso präsentiert sich die Mannschaft seitdem auch. Orientierungslos, ängstlich und desinteressiert.

So gut Fritze und Bruchhagen dem Verein auch grundsätzlich tun mögen, mir ihrer Tiefstapelei haben sie in diesem Fall niemandem einem Gefallen getan. Keiner hätte gemeckert, wenn man sich dazu bekannt hätte, 5. werden zu wollen, um am Ende daran zu scheitern.

Meckern kann man aber, wenn man eine sich bietende Chance fahrlässig ignoriert und Woche für Woche mit teilweise indiskutablen Leistungen Punkte verschenkt, weil es ja eh egal ist.

So kommt es, dass Menschen wie ich sich einfach nur darüber freuen, dass die Saison bald zu Ende ist. Das kann es doch nicht sein. Bitte mal darüber nachdenken!