Thomas Doll – Eine Polemik

Quelle: Wikipedia

Thomas Doll ist kein guter Trainer. Gibt man “Thomas Doll” und “Debakel” bei Google ein, so erhält man 2.670 Treffer. Bei “Thomas Doll” und “schlecht” sind es sogar 15.200. Bedarf es noch weiterer Argumente? Eigentlich nicht. Und trotzdem möchte ich gerne mit einer losen Aufzählung zeigen, was Thomas Doll als Trainer und als Typen für mich geradezu unerträglich macht. Eine Polemik.

Mangelndes Fachwissen I: Thomas Doll hat keine Ahnung von modernem Fußball und von Mannschaftsführung schon gleich gar nicht. Das Schlimme daran ist, dass Doll so tut, als ob er ein moderner Trainer wäre und Methoden anwenden würde, die angeblich so unglaublich up-to-date sind. Man denke nur an seine alberne Mannschaftspsychologie beim HSV, als sich die Spieler von ihren Mannschaftskameraden auffangen lassen mussten. Bestimmt abgeschrieben aus dem Psychologie-Buch für Kindergartenkinder. Übrigens: Einen Mental-Trainer hat er natürlich auch.

Mangelndes Fachwissen II: Thomas Doll hat zu Zeiten Fußball gespielt, als der Libero zumindest in Deutschland noch gang und gäbe war. Gedanklich hat er sich seit dieser Zeit nicht weiterentwickelt. Wenn es je vorkommen sollte, dass er von “vertikalem Spiel”, “gegen den Ball verschieben” und dergleichen mehr spricht, dann erstens deshalb, weil er denkt, dass sich das gut anhört; und zweitens, weil er das mal bei einem der zwei Jürgens aus dem Fernsehen gehört hat.

Die Hilfslosigkeit: Das angesprochene mangelnde Fachwissen bricht sich auf erschreckende Weise in Spielen Bahn, in denen es nicht so gut läuft – was übrigens für von Doll betreute Mannschaften eher die Regel denn die Ausnahme darstellt. Doll sitzt auf der Bank und sein Gesicht zeigt genau zwei Dinge: blankes Entsetzen und brutalstmögliche Hilflosigkeit. Er weiß selbst, dass er der Mannschaft nicht helfen kann. Was soll er ihr denn auch nach dem Spiel sagen? Er hat doch keine Ahnung. Und seine Floskeln ganz im Stile von “hart arbeiten”, “Fehler ansprechen”, “nach vorne schauen” können seine Schützlinge schon nach dem ersten Tag nicht mehr hören.

Mangelnde Analysefähigkeit I: Ein Ausschnitt aus einem Zeit-Interview: “So ist das im Profifußball”, sagte Doll und rückte den Aschenbecher in die Mitte des Tisches. “Das ist der Trainer”, sagte er. “Und hier sind die ganzen Leute, die etwas von ihm erwarten.” Er stellte eine Kerze neben den Aschenbecher: die Fans. Er zog das Glas mit den Zahnstochern heran: die Mannschaft. Die Blumenvase: der Vorstand.” Damit ist eigentlich so gut wie alles gesagt. Wie wirkt so ein Mann bei der Videoanalyse oder gar an der Taktiktafel?

Mangelnde Analysefähigkeit II: Mangelnde Analysefähigkeit lässt sich bei Thomas Doll auch in Verbindung mit absolut peinlichem Auftreten in Interviews betrachten. Nach dem Pokalspiel gegen Werder Bremen setzte es im Hirn von Doll einmal mehr aus. Eigentlich war alles gut, der BVB hatte gewonnen und war eine Runde weiter. Doll kam aber nicht umhin, sich in einer unsympathischen Art und Weise ausführlich darüber auszulassen, dass die beiden gegebenen Elfmeter für Bremen nie im Leben Elfmeter gewesen wären. Jeder, der das Spiel gesehen hat, fragt sich doch da: Hat dieser Typ eigentlich Augen im Kopf? Und wenn ja, benutzt er die auch wirklich zum Gucken? Meines Erachtens nach waren das zwei glasklare Elfmeter und die Ehre gebührt an dieser Stelle – und ich sage es bestimmt nicht gerne – Herbert Fandel, der den Mut hatte, diese Elfmeter auch zu pfeifen. Das hätte nicht jeder Schiedsrichter getan. Thomas Schaaf, der Thomas Doll aus völlig unerfindlichen Gründen freundschaftlich verbunden sein soll, rettete ihn dann vor weiteren Absurditäten, indem er Gerhard Delling dazu drängte, nun endlich über etwas anderes zu reden.

Mangelnde Autorität: Ein Trainer, der sich nach einer Niederlage vor die Presse stellt und davon spricht, dass er sich einiges nicht mehr bieten lasse, dass sich der eine oder andere bald auf der Tribüne wiederfände, dass er keine Rücksicht mehr auf große Namen nähme, setzt zunächst einmal ein Ausrufezeichen. Ein Trainer jedoch, der dies nach jeder Niederlage wiederholt, aber schon nach dem ersten Mal keine Konsequenzen folgen lässt, ist keine Autoritätsperson, sondern eine Bratwurst.

Die Prinzipienlosigkeit: Als man Doll nach seiner Hamburger Zeit vorwarf, er wäre zu nett, er wäre der Kumpeltyp, zu sanft im Umgang mit der Mannschaft, probierte Doll sich nach einigen Spielen in Dortmund als harter Hund, der Spieler kritisiert und wenig Rücksicht nimmt. Das Ende vom Lied: siehe oben.

Die Phrasendrescherei: “…müssen der Kopf klarkriegen”, “in Lösungen denken, nicht in Problemen”, “Du bist, was du denkst!”, “…am Ende zählt nur das Resultat”, “Hinfallen, aufstehen!”, “Letzlich helfen nur Punkte.”, “Einfach nur Fußball spielen.”, “…müssen die Kuh vom Eis kriegen.”, “Rucksäche abwerfen”. Das ist die Bilanz zweier nicht allzu langer Interviews. Weitere Beispiele: Jedes beliebige Fernsehinterview.

Die Erfolglosigkeit: Dortmund – Momentan Platz 13. Hamburg – Einmal von Platz 18 nach oben und wieder zurück. Ob dies Pech oder selbstverschuldetes Unvermögen ist, möchte ich einmal dahingestellt lassen. Die weitere Karriere wird es bestimmt zeigen.

Modische Identitätsprobleme: Thomas Doll hat seinen Mode-Platz in der Trainerwelt noch nicht gefunden. Steht er jetzt auf der Seite der Ballonseide-Prolls oder soll er doch besser den Löws und Hitzfelds dieser Welt nacheifern? Das weiß Doll selber nicht. Normalerweise tut es der alberne orange-rote Kapuzenpulli, der wohl Lockerheit und jugendliche Ausstrahlung symbolisieren soll. Damit lief es in der Hinrunde bei Dortmund aber eher nicht so gut. Klar, dass sich Doll frei nach dem Motto “Kleider machen Leute” zum Rückrundenstart in ein schickes, schwarzes Mäntelchen hüllt. Vielleicht merkt es ja auf diese Weise keiner, dass an Linie nicht van Marwijk, sondern Doll steht.

Mangelnde Hygiene: Thomas Doll setzt sich nach dem Training ungeduscht im verschwitzten Trainingsanzug in seinen Porsche.

Die Kette: Und als ob dies alles nicht schon genug wäre: Thomas Doll trägt eine schöne Kette um den Hals. Da hängt ein Buddha dran. Und ein Spruch: “Born to be wild”. Noch weitere Fragen?