Engagement wird nicht belohnt

Quelle: www.weltfussball.deDer SSV Reutlingen kommt beim Heimspiel gegen den Konkurrenten aus Siegen trotz Überzahl nicht über ein 1:1 hinaus, hält aber trotzdem weiter den Kontakt zum 10. Tabellenplatz, der die Qualifikation zur 3. Bundesliga bedeuten würde. Die Moral und der unbedingte Wille zu gewinnen ist in der Mannschaft jedoch klar vorhanden und macht Hoffnung auf die kommenden Begegnungen. Ein Spielbericht aus dem schönen, aber kalten Stadion an der Kreuzeiche.

Wie heißt es immer so schön: “So ist Fußball!” Auf der einen Seite eine Mannschaft, die durch wirklich bedingungsloses Engagement versucht, einen Sieg herauszuspielen. Auf der anderen Seite eine Mannschaft, die sich mit allen verfügbaren Spielern im und um den eigenen Strafraum schart, um den Weltmeistertitel im Zeitschinden spielt und durch einen einzigen Freistoß ein Unentschieden ermauert.

Nach zwei vielversprechenden Heimsiegen gegen Elversberg (4:0) und Regensburg (2:0) wollte die Mannschaft um Trainer Peter Starzmann mit einem weiteren Heimsieg nachlegen. Nach einem ziemlich zerfahrenen Beginn bekam der SSV das Spiel langsam in den Griff und versuchte mit kurzen Pässen vor das Tor der Siegener zu kommen. Auffälligste Spieler in dieser Phase waren Robert Vujevic, der mit gutem Defensivverhalten und klugen Pässen im Mittelfeld glänzte und Sven Schipplock, der mit einem unglaublichen Ballbehauptungsvermögen und massig Zug zum Tor ausgestatt ist. Leider fehlten in der ersten Halbzeit die klaren Torchancen. Kurz vor der Pause sah der Siegener Bogusz zu Recht die gelb-rote Karte und die Zuschauer ahnten mit der darauffolgenden Auswechslung des Siegener Stürmers Okpala, dass die zweite Halbzeit für den SSV sehr schwer werden würde.

Diese Erwartungen erfüllten sich leider: Kurz nach der Pause erwischte Siegen den besseren Start: Gallego traf wunderschön nach einem unberechtigten Freistoß; keine Chance für das Reutlinger Torwart-Talent Markus Krauss, der erneut den Vorzug vor Routinier Sven Hoffmeister bekommen hatte. Von nun an setzte sich das fort, was sich schon in der ersten Halbzeit leicht angedeutet hatte: Der SSV zog ein druckvolles Powerplay auf, so dass eigentlich eine Spielfeldhälfte ausgereicht hätte. Vor allem Linksverteidiger Sasa Janic und Robert Vujevic sorgten für Bewegung im Spiel der Reutlinger. Leider hatte der Siegener Ersatztorhüter einen guten Tag erwischt und entschärfte die teilweise guten Chancen der Reutlinger. Und wie es in dieser Art von Spielen so ist, wurde Stürmer Christian “Chrissi” Haas zu allem Überfluss ein glasklarer Elfmeter verweigert. Drüben ein unberechtigter Freistoß, der zum Tor führte, hier ein Elfmeter nicht gegeben: Saubere Leistung des sonst eigentlich guten Schiedsrichters.

Gegen Ende des Spiels kam der SSV noch zu einigen Großchancen, die jedoch vom eingewechselten Bischoff in gewohnt kläglicher Manier vergeben wurden: Wer in der Nachspielzeit beim Stande von 1:1 versucht, den Ball mit einem Hackentrick im Strafraum weiterzugeben und dabei kläglich scheitert, der gehört sofort wieder ausgewechselt und 10 Wochen auf die Tribüne gesetzt.

In der 86. Minute dann die Erlösung für die Zuschauer an der Kreuzeiche: Der eingewechselte Weigl mit einem schönen Pass zu Haas, und dieser ließ mit einem platzierten Flachschuss von Halbrechts dem Torhüter keine Chance.

Insgesamt wäre natürlich mehr drin gewesen aber man muss der Mannschaft nach diesem Sturmlauf einfach trotzdem Respekt zollen. Alle wollten unbedingt gewinnen und ein Sieg wäre auch absolut verdient gewesen. Wenn nun bis zur Winterpause noch 6-7 Punkte gesammelt werden, ist der SSV im Kampf um die begehrten Qualifikationsplätze gut dabei, was in Anbetracht des minimalen Etats einer kleinen Sensation gleichkäme. In diesem Sinne: Auf gehts, 05! Auf einen Dreier heute Abend in Pfullendorf!