UEFA-Cup – eine Selbstkasteiung

Uefa-Cup LogoDer Kaiser hat doch recht. Wie immer. Ein Blick auf den läppischen Gruppenmodus des UEFA-Cups genügt, der UEFA-Cup ist der Cup der Verlierer. Vorbei die Zeiten großer Schlachten in Hin- und Rückspiel, stattdessen die Ödnis einer Gruppenphase, in der jeder nur einmal gegen jeden anderen antritt und pro Gruppe zwei Mannschaften auf der Strecke bleiben. Dafür hätte es im alten Modus vier Partien bedurft. Zumal im Anschluß ja die Gescheiterten der Champions League eingreifen dürfen. Absurd. Man könnte es auch Wettbewerbszerrung nennen. Trotzdem will ich heute die weiten Wege gehen und alle Partien mit deutscher Beteiligung begleiten. Ticker nach dem Klick.

10:00
Na, sauber! Die unterhaltsamsten 15 Minuten des Fußballabends gegen eine halbgare Stand-Up von Herrn Schmidt und einen lächerlichen Auftritt von Pocher eingetauscht. Hätte ich doch mal mehr Geduld bewiesen, wobei: irgendwann war der Folter genug und mit dem Rasen in Belgrad bin ich trotz Rollkommando nicht zurecht gekommen. Man fühlte sich ja wie in den Sümpfen Louisianas. Das kommt davon, wenn man gerade einmal über 70% des eigenen Leistungsvermögens verfügt.

22:45
Ich geb ab an die ARD, habe mich lange genug mit idiotischen Gewinnspielen, amoklaufenden Kommentatoren, ängstlichen Moderatoren und schlechten Spielen herumgeschlagen. Der UEFA-Cup bleibt der Cup der Qual.

22:40
Die Kräfte bei allen Beteiligten lassen nach. Wark deliriert nur noch leise vor sich hin, das Spiel plätschert und die Spieler bekommen langsam richtig schwere Beine.

22: 33
Wieso darf der Pdolski eigentlich noch spielen? Selten einen Spieler gesehen, der unmotivierter agiert hätte. Wenigstens hat der Wark eingesehen, dass man dem Rasen nicht alles in die Schuhe schieben kann.

22:29
Das Spiel läuft wieder, aber an mir vorbei. Vor allem, weil ich mich in eine mal wieder zu nichts führende Diskussion mit dem Herrn Goldschuhe manövriert habe. Ich glaube, das Projekt scheitert, zumal mich Schmidt und Pocher definitiv mehr interessiert als die langweiligen Bayern …

22:19
Mein Gott, der Wark. Das Spiel wurde noch nicht wieder angepfiffen, da verlangt er schon nach einem FC Bayern “Rollkommando” für die Rasenpflege.

22:15
Airbus darf sich nicht beschweren, das war ein schön langes Stück Werbung zur besten Sendezeit, mit Journalismus hatte das jedenfalls nichts zu tun.

22:12
Noch knapp 30 Minuten bis zu Schmidt und Pocher. Nur so nebenbei.

22:02
Starke Schlußphase von Belgrad, da kann sich Wark mal wieder auf das Wesentliche konzentrieren: das Geschehen auf dem Rasen, wenn gleich ihm die Atmosphäre im Stadion immer noch nicht passt. Jetzt endlich 15 Minuten Ruhe vor Wark.

21:54
Sekundenweise werden von Wark Vorurteile bedient. Natürlich will Belgrad nur Kohle mit diesem Spiel machen und verlangt deshalb unmenschliche Preis. “Abzockerei” wittert der Menschen- und Rasenfreund Wark. Ich dreh durch.

21:53
In einer Tour beschwert sich Wark über den Platz. “Knöcheltief” wird da in “billiger Auslegeware” gestanden. Der Mann gehört vom Mikro geschleppt, schließlich hat inzwischen jeder mitbekommen, dass dieser Platz eigentlich Bayern, ich würde sogar um in Warks Diktion zu bleiben, Deutschen unwürdig ist. Ich wiederhole mich nicht gern, aber das ist unerträglich.

21:48
Flottes Spiel soweit, Schweini und Poldi, “um mal in der Teenie-Sprache zu bleiben” (Wieder Wark) spielen aber nicht wirklich mit, oder? Dafür will Wark jetzt aber die “Sümpfe Louisianas” im Rasen entdeckt haben. Gerutscht wird natürlich weiterhin.

21:42
“Sie lieben das Spiel mit gestrecktem Bein” Der Wark läuft Amok, unerträglich. Doch gleich der nächste Klopper hinterher: “Die Polizisten sehen aus wie Quarterbacks” bekanntermaßen ja die Schränke unter den Football-Spielern.

21:36
Ausgleich! So schnell kanns gehen, wenn der Ball über einen “holprigen Rasen” (Natürlich Thomas Wark) hoppeln darf. Wenigstens ist endlich mal was los.

21:33
Tor für Belgrad, deren Kapitän den sensationellen Namen Basta trägt. Lahm wirkt nicht fit und wird lässig ausgespielt. Bin gespannt, ob die Bayern dagegen halten können.

21:26
Bisher das beste Spiel des Abends, dafür passt sich der Kommentator dem vorherigen Niveau an. Das ZDF hat wirklich eine absolute Kommentatoren-Krise, da ist keiner zu ertragen. Vielleicht mache ich besser Musik an, “You´ll never walk alone” würde mir gut tun.

21:14
Stimmung in Belgrad ist gut. Kerner wurde sofort mit Wurfgeschossen eingedeckt, worüber er sich furchtbar echauffieren musste. Thomas Wark darf kommentieren, was ich nicht kommentieren will.
21:09
Ich habe manchmal den Eindruck, Otmar Hitzfeld verfügt über ein Vokabular von zehn Worten, die er immer wieder neu zusammensetzt. Grausig. Ebenso grausig wie die neusten Nachrichten. Ribery fällt auch aus, das kann ja hochklassig werden und der Kerner ist auch noch am Mikro. Allerdings nur am Spielfeldrand. Puuuh.

20:59
Knallhartes Aufwärmprogramm im ZDF. Ein schmieriger Sänger bezirzt Rentnerinnen in einer Pseudo-Idylle. Der bisherige Fernsehabend grenzt an Folter.

20:51
Thomas Helmer verliest zum 1000.Mal sein absurdes Gewinnspiel. Es ist zum Mäusemelken. Beide Partien enden 1:0 ür die deutschen Team. Selbst so genannte Arbeitssiege sehen normalerweise eleganter aus und erzeugen mehr Spannung. Naja, Bayern wird ja sicher ein Feuerwerk abbrennen. Hüstel.

20:45
In der 90. Minuten verteilt Leverkusen immer noch Einladungen. Freistoß aus aussichtsreicher Position. Aber die Mauer blockt ab. Wenigstens kennt das DSF ein bisschen Erbarmen und blendet das HSV-Spiel komplett aus. Ist besser so.

20:36

Leverkusen bettelt immer mehr, kann nicht mehr lange bis zum Ausgleich dauern. Deswegen wechselt Skibbe Sinkiewicz gegen Barbarez ein und spielt jetzt nominell mit drei Innenverteidigern. Hamburg – Bergen plätschert inzwischen nur noch. Ich vertreibe mir die Zeit mit Lesen.

20:19
Jetzt hätte es Leverkusen fast geschafft, doch der Kopfball im eigenen Fünfmeterraum geht am langen Pfosten vorbei. Wo war Adler? Der zittert sich von Unsicherheit zu Unsicherheit. Zugleich hat Kompany die Faxen dicke und schießt mit einem schönen Schlenzer den Führungstreffer. Das Signal für die HSV-Fans den eigenen Verein noch schön um ein paar tausend Euro zu bringen. Soviele Bengalos sieht die Uefa gar nicht gerne.

20:10
Beide Partie laufen wieder. Hamburg schafft es in einer Minute unbedrängt drei Fehlpässe zu spielen. Trochowski ist der Aktionismus in Person. Leverkusen schunkelt sich dagegen wieder in Tiefschlaf und lädt die Franzosen ein, doch bitte selbst mal ein Tor zu schießen.

19:46

Halbzeit. Ein Viertel der Wegstrecke ist geschafft. Fazit: der Unterhaltungwert beider Partien liegt unter dem Niveau eines Zweitliga-Montagsspiels. Leidenschaft oder Spannung sucht man hier vergeblich. Wieso sollte man auch etwas riskieren, wer seine beiden Heimspiele gewinnt ist ja quasi durch. Insofern machen beide Mannschaften alles richtig, außerdem ist am Samstag wieder Bundesliga, darauf haben selbst die Zuschauer, wie mir scheint, mehr Bock.

19:43
Kießling an die Latte. Hamburg knüpft nahtlos an vergangene Uefa-Cup-Auftritte an. Man müsste eigentlich Schmerzensgeld verlangen. Trostloser Kick in Norwegen.

19:34
Hütte für Leverkusen, Kießling stolpert den Ball unnachahmlich ins Tor. Wie man es ohne Technik zum Bundesligastürmer schaffen kann, ist mir schleierhaft. Übrigens: bei Leverkusener Torerfolg läuft Status Quo über die Lautsprecheranlage. Status Quo! Hallo, gehts noch altbackener?

19:30
Sensationeller Freistoßtrick der Leverkusener. Nach einer minutenlangen Ansprache von Barbarez wird der Ball einfach vertändelt. Und das knapp 18 Meter vor dem Tor. Skibbe kocht am Seitenrand, das will was heißen.

19:24
Die erste Viertelstunde habe ich direkt mal verpasst. Aber bis auf ein bizarres Beinaheselbsttor von Adler herrscht auf beiden Plätzen gähnende Langeweile. Stimmung in beiden Stadien ausbaufähig.