Der große Maskottchen-Test VI

So! Genug der Rede über die deutsche Nationalmannschaft und gezüchtete Lichtgestalten. Ab heute ist wieder Bundesliga angesagt. Der Maskottchen-Test biegt in die Zielgerade ein. In diesem Teil werden die letzten drei Bundesligisten maskottchentechnisch ausgeleuchtet. Als da wären: Werder Bremen, Schalke 04 und Hannover 96.

Knappe Erwin (Schalke 04)
Der Knappe ist ein Bergmann. Und die arbeiten (oder arbeiteten) hauptsächlich im Ruhrgebiet, zum Beispiel in Gelsenkirchen. Nett, dass mit Maskottchen Erwin eine Verbindung zur Tradition des Reviers hergestellt wird. Aber dass der Verein sein Maskottchen dann als “Schalke-Promi” bezeichnet, nimmt dem ganzen seinen Effekt. Ein Knappe ist kein Promi. Ein Knappe ist ein anständiger, hart arbeitender Mensch, der sich am wohlverdienten Ruhewochenende auf die Tribüne seines Lieblingsvereins stellt. Erwin (oder Ährwin) sieht aus wie eine Kreuzung aus Admiral Ackbar und Werner. Seine absurde Frotteehose im falschen Blau und sein Schlabberlätzchen lassen ihn wie ein Kleinkind wirken. Laut Verein ist das Maskottchen beliebt bei Jung und Alt. Und: “Erwin lässt sich fotografieren und gratuliert.” Warum oder wozu, das bleibt allerdings unklar. Auf unsere Gratulation für Maskottchen Erwin wartet Schalke 04 aber vergeblich.

Nicolas K. (Hannover 96)
Mit Nicolas K. hat Hannover 96 das mit Abstand “menschlichste” Maskottchen. Nicolas findet Fußball ganz toll, spielt aber in seiner Freizeit lieber Tennis. Gerne bereist er die Kontinente und prüft talentierte Jungkicker, ob sie für 96 taugen. Doch bisher fielen alle gescouteten Spieler durch. Gerne lässt er sich auch mit anderen Maskottchen ablichten, zum Beispiel mit dem des VfL Bochum, den Montreal Expos, dem Maskottchen Australiens und dem der USA. Der sympathische Bartträger geht als einziges Maskottchen während des Bundesligakicks nicht in den Innenraum des Stadions, sondern stellt sich lieber in die Hannoversche Fankurve. Nicolas ist auch außerdem noch das einzige Maskottchen, das noch einen gut dotierten Nebenjob hat, mit dem er sich finanziell ganz gut über Wasser halten kann.

Pico, Werdi, oder gar nix (Werder Bremen)
Werder Bremen ist aktuell auf Suche nach einem geeigneten Maskottchen und lässt mangels Ideen andere für sich arbeiten. Der Heidschnuckenbock Pico hat ausgedient. Auch Möwe Werdi kann sein Werder-Trikot an den Nagel hängen. Sie sei “nie richtig bei den Werder-Fans gelandet”. Mit so einem sprunghaften und unentschlossenen Verein, der dazu noch Tradition in Rente schickt, können wir nichts anfangen. Schafft euch ein Maskottchen an oder holt Pico zurück, dann landet ihr auch wieder in der Wertung. So bleibt nur Platz 18.