Lobhudelei für Frank Buschmann

Frank BuschmannDas DSF ist ein furchtbarer Sender. Die Moderatoren und Kommentatoren tun sich oft schwer damit, zwischen den einzelnen Werbeblöcken noch ein bisschen Sport unterzubringen. Trotzdem moderiert und – viel wichtiger – kommentiert hier einer der Besten am Mikrophon. Nein, nicht der schlanke Jörg! Die Rede ist von Frank Buschmann.

Sein Können darf Buschmann jedoch nur äußerst selten zeigen. In Sendungen wie dem DSF Doppelpaß, den er ab und an in Vertretung von “Wonti” moderieren darf, ist sein hibbeliger Kleinjungencharme fehl am Platze. Der Labermarathon am Sonntagmorgen ist für Buschmann viel zu ereignisarm, lediglich Udo Lattek kann ansatzweise Buschmanns Tempo gehen. Aber der Mann ist ja schließlich gedopt. Auch als Mann an der Seitenlinie eines Fußballfeldes gibt es sicherlich bessere Leute als Buschmann. Zu oft gibt er sich hier aus lauter Langeweile anbiedernd und zappelt aufgeregt vor der Kamera auf und ab. Der Mann kann die sinnentleerten Kommentaren der Herren Fußballer eben genauso wenig ertragen wie ich.

Nein, Frank Buschmann darf sein Talent viel zu selten ausleben, momentan kann man ihn allerdings wieder einmal erleben. Schließlich ist Basketball-EM. Als ehemaliger Zweitligaspieler bei Brandt Hagen kennt Buschmann diesen Sport aus dem Eff-Eff. Er sieht Fouls, besitzt aber auch die Größe, eigene Fehleinschätzungen schnell zurück zu nehmen. Im hektischen Auf und Ab zwischen den Körben fühlt sich Buschmann wohl. Er schreit und johlt ins Mikrophon, wenn es angebracht ist. Er ist aber ebenso ehrlich, einen 30 Punkte Vorsprung im vierten Viertel als das zu bezeichnen, was er ist: langweilig.

Diese Gabe machte den späten Sonntagabend früher zu einem Highlight der Woche als Buschmann im Wechsel mit Michael Körner, dem zweiten großen Experten im DSF, der inzwischen in der Moderation des Prekariats-Volkssports Pokern verheizt wird, ein Spiel der NBA in voller Länge kommentierte. Das ist leider Geschichte, die NBA-Rechte liegen längst komplett beim Bezahlfernsehen. Dabei eroberte er sich mit seinen Kommentaren bei der Basketball-WM 2002 und der Europameisterschaft 2005 endgültig einen Platz unter den besten Kommentatoren im deutschen Fernsehen. Was Klaus Angermann für den Radsport, Addi Furler für den Pferdesport oder Dieter Adler für die Leichtathletik ist Buschmann für den Basketball: die Referenz.

Sein Mix aus Emotionalität, offen zur Schau gestelltem Fansein und Ahnung lassen selbst Basketballgegner öfter mal den Finger von der Fernbedienung nehmen. Im Gegensatz zur aufgesetzten Emotionalität eines Steffen Simon im Fußball, nimmt man Buschmann den Spaß an seinem Sport ab. Hier kommentiert eben ein Fan, der trotzdem über genügend Objektivität verfügt, um sich nicht lächerlich zu machen. Dafür schätze ich ihn.