Polemik des Tages: 11 Gründe, keinen Fußball zu schauen

Fußball? Nein, danke!Der Auftakt der 45. Bundesligasaison steht kurz bevor. Biere werden gekühlt, Grills angeworfen, Fernseher nochmal abgestaubt. Alles wichtige Vorbereitungen, um diesem Ereignis ausreichend gewappnet gegenübertreten zu können. Was bei all der Euphorie oftmals vergessen wird ist jedoch, dass es genug Gründe gibt, sich dem Fußball an den Bildschirmen total zu verweigern. Um genau zu sein, sind das 11 Gründe.

1. Die Bundesliga

Die wichtigste Fußballliga Deutschlands ist international kaum noch ernstzunehmen. Abgesehen von den teilweise peinlichen Auftritten in UI- und UEFA-Cup war auch für hoffnungsvolle Teams wie Werder Bremen in der Champions League spätestens nach der Gruppenphase Schluss. Tiefpunkt dieser Entwicklung war das Spiel des VfB Stuttgart gegen den Middlesbrough FC: Das schlimmste Spiel, das elf bezahlte Fußballspieler jemals abgeliefert haben. Gefühlt kamen drei Pässe an, womit die Highlights dieses erbämlichen Spiels auch schon zusammengefasst sind. Aber nicht nur auf internationaler Ebene, auch national ist das, was die Bundesliga einem Woche für Woche bietet kaum zu ertragen. Wenn Bielefeld gegen Wolfsburg spielt, läuft es einem Fußballästhetiker kalt den Rücken runter und wenn Vollgraupen wie Jeff Strasser die Möglichkeit haben, als Kapitän einer Erstligamannschaft zu fungieren, fällt es einem schwer zu erklären, warum Jahr für Jahr immer mehr Fans in die Stadien rennen, als gäbe es dort etwas umsonst.

2. Die Mannschaften

Mit der letzten Saison hat die Zahl der halbwegs erträglichen Mannschaften in der 1. Bundesliga einen neuen Tiefstand erreicht. Aachen hatte die Bayern aus dem Pokal geschossen, Gladbach hat wenigstens Tradition und Mainz war einfach ein Truppe, die mal frischen Wind in die Liga brachte. Im Gegenzug steigen (neben dem erträglichen, aber aus Baden kommenden KSC) Rostock und Duisburg auf. Duisburg ist eine Mannschaft, von der man erst merkt, dass sie weg war, wenn sie wieder zurück kommt. Das einzig positive, was es über Rostock zu sagen gibt, ist, dass die Metapher von der „Hansa Kogge“ mit eine der schönsten der Bundesligageschichte ist. Ansonsten spielen im Oberhaus fast ausschließlich Teams, die aus irgendeinem Grund unerträglich sind: Sei es der FC Bayern (alles am FC Bayern), Hertha BSC (Dieter Hoeneß), der Vfl Wolfsburg (der Vfl Wolfsburg), Hannover 96 (die unerträgliche Langeweile, die dieser Verein durch die gesamte Bundesrepublik trägt), Schalke 04 (Kevin Kuranyi), Arminia Bielefeld (Ich habe mir sagen lassen, dass die drei Fans, die dieser Klub hat, allesamt Unsympathen sind) oder der 1. FC Nürnberg (das „easyCredit-Stadion“ in Tateinheit mit dem Trikot-Sponsor „Mister-Lady-Jeans“, Michael „Adolf“ Roth mal außen vor gelassen…).

3. Die Spieler

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Bundesligaspieler an sich immer unsympathischer wird und dabei auch noch vollkommen verweichlicht. Was dank Andy Möller in die Bundesliga Einzug gehalten hat, hat in den letzten Jahren pestartige Verbreitung gefunden: Es wird sich fallengelassen, provoziert, lamentiert und Elfmeter geschunden. Hieran sind aber nicht nur die Spieler alleine Schuld, sondern auch die Schiedsrichter. Jede noch so durchsichtige Schwalbe wird durchgewunken, Elfmeter wegen Lächerlichkeiten verteilt, sich wegen nichts, aber auch gar nichts am Boden windende Spieler werden liebevoll umsorgt. Dazu kommt, dass es anscheinend wieder verstärkt in Mode gekommen ist, nicht nur scheiße auszusehen, sondern auch keinen gerade Satz sprechen zu können. Furchtbare Spieler wie Mark van Bommel werden als „aggresive leader“ bezeichnet, wobei übersehen wird, dass dieser Mensch einfach nur ein stumpfer Treter ist und ein ganz hässlicher Mensch.

4. Die Übertragung von Fußball durch die Medien

Die Sportschau, die letzte halbwegs humane und aktuelle Fußballsendung im Deutschen Fernsehen wird immer schlimmer. Fußball spielt nur noch eine Nebenrolle, wichtiger sind Werbung, sinnloses Gequatsche und affige Trailer. Dass diesen Mist kein Mensch sehen will, ist offensichtlich noch nicht bis zu ARD durchgedrungen. Fest steht, dass die Sportschau auf bestem Wege ist, Fußball kaputtzusenden und somit dafür zu sorgen, dass sich alles Arena bzw. Premiere mit der Tonspur „Stadion“ holen.
Hier auch noch etwas über das DSF zu schreiben verbietet mir der Anstand.

5. Kommentatoren
Es gibt kaum noch Kommentatoren gibt, die eine vernünftige Ausbildung hinter sich gebracht haben. Stattdessen sitzen in erster Linie dumme Labertaschen hinter den Mikros. Jeder vernunftbegabte Mensch stellt sich die Frage, wie Steffen Simon Redaktionsleiter bei der Sportschau werden konnte. Dieser Mensch zerstört zur sein ekelhaftes Gerede jedes noch so gute Fußballspiel. Beckmann und Kerner sind widerlich und schaffen es nicht, länger als 2 Sekunden zu schweigen. Man erhält zu 99% Informationen von ihnen, die man gar nicht hören wollte und muss oft schon beim Gedanken an ihre Stimmen brechen.

6. Funktionäre

Funktionäre sind alle widerlich. Mann muss nur in diese aufgedunsenen, vom Alkoholismus zerfressenen Gesichter blicken, um zu wissen, was Hass bedeutet. Sepp Blatter hat es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht, innerhalb der nächsten drei Jahre den Fußball, wie wir ihn noch kennen gelernt haben zu zerstören. Gerhard Mayer-Vorfelder ist wohl der ekelhafteste Mensch der Welt. Stellt euch einfach vor, dieser Mann wäre euer Großvater. Leute wie er, haben das Lebensziel, das zu ruinieren, was den Menschen Freude bereitet.

7. Politiker

Egal, ob es Angela Merkel ist, die auf der Ehrentribüne applaudiert oder ob Edmund Stoiber gegen die Lederkugel tritt. Immer hat man das Gefühl, diese Menschen verstellen sich und gaukeln ein Interesse an Fußball vor, das schlichtweg falsch ist. Es ist schlicht peinlich, wenn Politiker am Spielfeldrand ebenso hölzern wie anbiedernd sitzen, stehen, applaudieren oder sonst was tun. Politiker und Fußball, das ist wie Axel Stein und gute Comedy. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

8. Schwarz-Rot-Geil!

Die Fußball-WM hat in Deutschland gar nichts geändert. Dieses Land ist immer noch rückwärtsgewandt, intolerant und konservativ. Auch wenn ein paar junge Männer in weißen Shirts ein paar ordentliche Fußballspiele abgeliefert haben, ist es immer noch kein schöner Anblick, Leute mit Deutschlandfahnen durch die Gegen rennen zu sehen. Ganz zu schweigen von all diesen fettbäuchigen Mädels, die sich die deutsche Flagge auf den aufgedunsenen Leib malen lassen, abgesehen von reaktionären Proleten, die mit 50 endlich den passenden „Schland!“-Anhänger für ihre Goldkette gefunden haben und allen anderen Menschen, die plötzlich „geil auf events“ sind, Deutschland „total geil“ finden oder schlicht die „Gaudi“ lieben, die es bedeuten, ein Fußballspiel zu sehen.

9. Die Kommerzialisierung

Fußball hat nichts mehr mit Sport zu tun. Es geht nur noch darum, wer am meisten Geld in die teuersten Spieler investiert und wie man welche Mannschaft am besten vermarkten kann, dass die Leute noch mehr Geld in irgendwelche sinnlosen Merchandise-Artikel investieren.

10. Phantasielosigkeit

Keine Liga auf der Welt ist dermaßen konservativ und unbeweglich wie die Bundesliga. Treten bei einer Mannschaft Probleme auf, wird zuerst der Trainer entlassen und durch Peter Neururer ersetzt. Ist dieser wider Erwarten nicht arbeitslos, wird nicht nach einer neuen Lösung gesucht, sondern auf „bewährte“ Kräfte zurückgegriffen: Thomas Doll wird beim einen Verein gefeuert und soll praktisch am nächsten Tag den anderen Verein vor dem Abstieg retten. Ailton wird zum 15. Mal von einem Bundesligaverein verpflichtet, obwohl der Mann wohl nicht mal mehr ein Scheunentor trifft, geschweige denn zu Fuß erreicht. Die Liste der Beispiele (Rudi Bommer, Ernst Middendorp, Magath) ließe sich noch unendlich fortführen. Es kommt einem vor, als ob in den letzten 2000 Jahren Bundesligageschichte nicht ein Name aufgetaucht ist, den man nicht schon seit seiner Geburt kennt.

11. Lamentieren

Offensichtlich ist kein Mensch mehr in der Lage, sich mit Fortschritt und Veränderung abzufinden. Alles ist schlecht, nichts ist gut und „früher“ war sowieso alles besser. Diesen ewigen Meckerer sind mit nichts zufrieden zu stellen. Selbst wenn sich gar nichts ändert und die Bundesliga sich noch so darstellen würde, wie „damals, als der Walter Fritz noch gespielt hat“, würde solchen Leuten noch etwas einfallen, worüber sie sich aufregen könnten. Solche Menschen setzen sich dann hin und schreiben solche Beiträge.

Über den Autor: schneider3

Mildernde Umstände aufgrund familiärer Vorschädigung durch zwei dominante Brüder. Normalerweise erlebt das Weißbier bei ihm das Mittagsläuten nicht. Kaiserslautern-Fan. Weiß der Teufel, warum.

16 comments

  1. Goldschuhe aus

    Ich habe den Eindruck, wir haben hier einen neuen „Aggressiv-Leader“ im Blog… ;-) Sehr schöne Abrechnung, wenn ich sie auch nur in gefühlten 8 von 11 Punkten teile. Menschen mit Deutschland-Fanhen oder Flaggen habe ich schon letzte Saison nicht mehr im Stadion gesehen, die Kommerzialisierung finde ich nicht prinzipiell verwerflich, nur ihre kranken Auswüchse sind es, die nerven und dass Ede Stoiber ab und an gegen eine Kugel tritt, ist mir schnuppe. Ansonsten teile ich die Aussagen vollkommen.

  2. Goldschuhe aus

    Und ich möchte in diesem Zusammenhang kurz noch mitteilen, dass ich Monika Lierhaus verachte und die ARD für die Entscheidung, sie in die Sportschau zu holen.

  3. Vollspann!

    Und ich verachte das ZDF für die Entscheidung, den schlimmen Wolf-Dieter Poschmann das Sportstudio moderieren zu lassen. Und dann noch diese Müller-Hohenscheidt oder wie die heisst. Und ein Sympath wie Rudi Cerne, der die Show nicht nutzte, um sich selbst darzustellen, wird zu Aktenzeichen XY abgeschoben.

  4. Goldschuhe aus

    Ich glaube, bei Rudi Cerne lag es vor allem am desolaten Krawattengeschmack.

  5. Vollspann!

    Das kann nicht sein. Wenn da Schöngeister entscheiden würden, dann dürfte Michael Steinbrecher schon lange nicht mehr moderieren.

  6. schneider3

    Ich finde die Lierhaus, ehrlich gesagt, gar nicht so schlimm. Die quatscht wenigstens nicht so viel. Beckmann macht immer schlimme „Witze“ und auch sonst sind die Herren der Schöpfung desolat. Das Sportstudio ist dank seiner Moderatoren hingegen überhaupt nicht mehr ernst zu nehmen.

  7. Goldschuhe aus

    Lierhaus ist schlimmer als alles andere. Und Du wenn Du auf ihre Brüste hereinfällst, hat die ARD auch noch ihr Ziel erreicht. So hat Beruhigung des männlichen Zuschauers schon immer funktioniert: Eine vermeintlich hübsche Tussi wird uns hingestellt, und wir fressen alles. Aber nicht mit mir.

    P.S.: Du meinst Kerner, nehme ich an. Aber ist ja eigentlich auch das Gleiche.

  8. Guru von der Kreuzeiche

    Ich teile die Einschätzung des Kollegen Goldschue aus. 8 von 11 unterschreibe ich. Geh mal für längere Zeit ins Ausland und du wirst feststellen, dass Deutschland nicht konservativ, sondern ziemlich liberal und tolerant ist.
    Aber die Vorstellung, dass Mayer-Vorfelder mein Großvater ist. Mich ekelt es. Du hast dein Ziel erreicht. ;-)

  9. schneider3

    @10: Den Namen des Unaussprechlichen neheme ich grundsätzlich nicht in den Mund ;-)

  10. Goldschuhe aus

    Ich möchte nach dem gestern Gesehenen auch zu Punkt 3 nochmal die besondere (Mit-)Schuld der Schiedsrichter herausheben. Was an einem Spieltag schon wieder an Lächerlichkeiten gepfiffen wurde, ist unfassbar. Diese sterbenden Schwäne im Mittelfeld nach einem Zweikampf ohne Foul sind nur durch die Schiedsrichter einzudämmen, in dem sie auch bei so etwas gelb zeigen.
    Ganz schlimm auch: Der Premiere-Sportkommentator, der bei der angeblichen Elfmeterzene von Toni bei Bayern sagte, man könne Elfer geben, es sei ja „Kontakt da gewesen“. Für den Vollpfosten nochmal zum mitschreiben: Wir spielen kein Basketball, bei dem ein Kontakt bereits eine Regelwidrigkeit ist, Du Wurst!

  11. Goldschuhe aus

    Mal was anderes: Was hat denn die Lierhaus da heute an? Ein Kartoffelsack sieht besser aus.